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Vom Warschauer Ghetto zur Knesset: Warum der 16. Februar jüdische Geschichte schrieb
Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Kalender uns Geschichten erzählt, die weit über das bloße Datum hinausgehen. Wenn ich heute auf den 16. Februar blicke, dann sehe ich nicht nur einen Tag im Winter, sondern einen tiefen, schmerzvollen und zugleich hoffnungsvollen Pfad der jüdischen Geschichte. Es ist ein Datum, das uns zeigt, wie eng Vernichtung und Neuanfang, Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit beieinanderliegen können. Wenn wir genau hinsehen, erkennen wir einen roten Faden, der sich durch die letzten Jahrzehnte zieht und uns etwas über die Zusammenhänge lehrt, die man oft nur bei genauerer Betrachtung erkennt. Von der Vernichtung zur lauten Stimme Stell Dir vor, es ist der 16. Februar 1943. In…
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08.02.1950 – Die Geburtsstunde der Stasi und das dunkle Erbe der Täter
Am Mittwoch, dem 8. Februar 1950, beschließt die Volkskammer der DDR ein Gesetz, das auf dem Papier harmlos wirkt, aber in der Wirklichkeit ein Machtinstrument von historischer Bedeutung schafft: das „Gesetz über die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit“. Es ist kurz, fast nüchtern. Und gerade diese Nüchternheit ist das Erschreckende daran. Ein Staat baut sich sein Überwachungsorgan – nicht weil ein besonderer Bedarf besteht, sondern weil er diese ganz „normale“ staatliche Institution als Ministerium zum Machterhalt haben möchte. Vier Monate nach Gründung der DDR wird damit die bisher dem Innenministerium unterstellte „Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft“ herausgelöst und in ein eigenständiges Ministerium überführt. So steht es im Gesetztext. Politisch bedeutet…
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Warum mich die Frage nach Menschlichkeit nicht mehr loslässt
Es gibt Tage, an denen etwas in mir arbeitet, ohne dass ich es gleich benennen kann. Gedanken, die sich festsetzen. Gefühle, die nicht einfach wieder verschwinden. Heute war so ein Tag. Ich habe am Morgen die Nachrichten gelesen – nicht besonders lange, einfach kurz überflogen – und doch sind mir mehrere Schlagzeilen den ganzen Tag nachgegangen. Da war diese Meldung über ein Huthi-Gericht, das siebzehn Menschen zum Tode verurteilt hat, als wären sie Figuren in einem Spiel. Menschen, die erschossen werden sollen, weil irgendein Regime seine Macht demonstrieren will. Und dann die nächste Meldung: eine klare Lüge von Trump über Selenski. Eine Behauptung, die so offensichtlich falsch ist, dass man…
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Hunde, Steuern und Gerechtigkeit – ein Morgengedanke mit Wilma
Heute Morgen habe ich mit einem Kaffee in der Hand einen kleinen Short fertiggestellt. Nichts Weltbewegendes – einfach ein kurzer Clip von unserer Wilma. Unsere kleine Hündin, die eigentlich der Hund meiner Frau ist. Ich war ja ursprünglich dagegen, wieder einen Hund anzuschaffen. Wir hatten schon einige. Aber am Ende hat sich Dany durchgesetzt. Und ehrlich gesagt – zum Glück. Wilma bringt uns jeden Tag zum Lachen. Meist geht Dany mit ihr spazieren. Wenn ich mal einspringe, merke ich wieder, was so ein Spaziergang eigentlich alles bedeutet. Nicht nur frische Luft, sondern auch: Beutel nicht vergessen. Ihr kennt das. Diese kleinen schwarzen oder bunten Rollen, die an jeder Ecke hängen.…
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Radikale Haltungen in der Gesellschaft: Zwischen Recht, Gerechtigkeit und Integration
Vielleicht habt ihr euch auch schon mal gefragt, warum ein Gerichtsurteil zwar rechtens sein kann – und sich trotzdem so gar nicht gerecht anfühlt. Genau da liegt der Knackpunkt, über den ich heute sprechen möchte. Es geht um Recht und Gerechtigkeit. Zwei Begriffe, die oft in einem Atemzug genannt werden, aber bei genauerem Hinsehen völlig verschieden sind. Und wenn dann noch kulturelle Vielfalt, Integration und radikale Haltungen dazukommen, wird es richtig komplex. Lasst uns das gemeinsam ein bisschen entwirren. Recht – das ist das Regelwerk, das eine Gesellschaft sich gibt, um das Zusammenleben zu ordnen. Geschrieben in Gesetzen, durchgesetzt von Gerichten, überwacht von Behörden. Es soll Sicherheit schaffen, Verlässlichkeit, klare…
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Gewalt im Westjordanland: Warum Israel Unrecht gleichermaßen bestrafen muss
Die Vorfälle im palästinensischen Dorf Jit im Westjordanland haben erneut die Frage aufgeworfen, wie ein demokratischer Staat wie Israel mit Gewalt und Extremismus umgehen sollte – und ob die Reaktion gerecht ist, unabhängig davon, wer die Tat begangen hat. In den Nächten um den 15. August 2024 stürmten Dutzende israelischer Siedler das Dorf Jit, warfen Steine, Molotowcocktails und setzten Gebäude und Fahrzeuge in Brand. Der Artikel basiert auf den Berichten der Jerusalem Post und den daraus resultierenden politischen und gesellschaftlichen Reaktionen in Israel. Als Bürger eines demokratischen Staates glaube ich fest daran, dass Unrecht immer bestraft werden muss, egal, wer die Straftat begeht. Wenn wir in einem demokratischen System leben…