• Kalenderblatt

    15.02.1922 – Den Haag, ist das Völkerrecht gescheitert oder unsere einzige Chance gegen Diktatoren?

    Ein Gerichtssaal kann ein kühler Ort sein, voller Paragrafen und strenger Gesichter. Doch wenn wir genau hinschauen, ist er oft die einzige Brandmauer zwischen der menschlichen Zivilisation und dem totalen Chaos. Heute möchte ich mit euch genau 104 Jahre zurückreisen, an einen geschichtsträchtigen 15. Februar im Jahr 1922. An jenem Tag öffnete der Friedenspalast in Den Haag seine Pforten für die erste Sitzung des Ständigen Internationalen Gerichtshofs. Unter der Leitung des Niederländers Bernard Loder geschah etwas, das viele Zeitgenossen für eine bloße Träumerei hielten: Die Geburtsstunde einer echten Weltjustiz. Zum ersten Mal in der modernen Geschichte gab es ein festes Gremium aus Richtern verschiedener Nationen, das nicht nur gerufen wurde,…

  • Stark durchs Leben

    Hörst Du Dir selbst zu? Wie Du durch Selbstreflexion zu innerer Klarheit findest

    Es beginnt oft mit einem seltsamen Zögern, fast wie eine unsichtbare Schwelle, die man überschreiten muss, bevor der Finger den roten Knopf auf dem Display berührt. In der Stille des Zimmers stehe ich da, das Handy in der Hand, und plötzlich fühlt es sich absurd an, in die Leere hinein zu sprechen. Wir sind es gewohnt, unsere Stimme als Werkzeug für andere zu benutzen, um Wünsche zu äußern, Anweisungen zu geben oder Smalltalk zu führen. Doch sie gegen die eigene Stille zu richten und die Gedanken, die sonst nur im Verborgenen des Kopfes kreisen, laut werden zu lassen, erfordert einen ganz eigenen Mut. Es ist der Moment, in dem aus…

  • Kalenderblatt

    12.02.1940 – Wenn Regentropfen an Tränen erinnern: Wolff Grunwald und das Schweigen von Stettin

    Ich war heute den ganzen Tag unterwegs, und während der Regen immer wieder peitschend gegen die Scheiben schlug und die Welt da draußen in ein trostloses Grau tauchte, ließen mich meine Gedanken nicht los. Es ist heute der 12. Februar, und trotz der Nässe und der Ungemütlichkeit des heutigen Tages wanderten meine Gedanken unaufhörlich zurück in eine ganz andere, weit grausamere Kälte. Gestern am Spätnachmittag hatte ich mich schon mit diesem Thema befasst. Ich musste immer wieder an jene Nacht vom 12. auf den 13. Februar 1940 in Stettin denken, als das, was wir heute unter Zivilisation verstehen, einfach in der Dunkelheit versank. Damals war es kein Regen, der die…

  • Kalenderblatt

    11.02.1986 – Vom Gulag in die Freiheit: Wie Natan Scharanski das Sowjet-Regime bezwang und zur jüdischen Legende wurde

    Die Geschichte von Natan Scharanski ist eine der bewegendsten Erzählungen über menschliche Standhaftigkeit und den Kampf für die Freiheit im 20. Jahrhundert. Wenn wir uns diesen 11. Februar 1986 genauer ansehen, blicken wir in die Zeit des kalten Krieges, der auf dem Rücken einzelner Menschen ausgetragen wurde. Natan (damals Anatoli) Scharanski war ein hochbegabter Mathematiker und Schachspieler. In den 1970er Jahren wurde er zu einem der führenden Köpfe der jüdischen Ausreisebewegung in der Sowjetunion, den sogenannten „Refuseniks“. Das waren Menschen, denen der Staat die Ausreise nach Israel verweigerte, oft mit der absurden Begründung, sie seien Geheimnisträger. Scharanski war zudem Gründungsmitglied der Moskauer Helsinki-Gruppe, die die Einhaltung der Menschenrechte überwachte. Damit…

  • Kalenderblatt

    10.02.1970 – Blutbad in München: Warum dieser jüdische Held 55 Jahre vergessen wurde?

    Während ich heute durch meine Notizen für das „Kalenderblatt“ ging, blieb ich an einem Datum hängen, das mich seitdem nicht mehr loslässt. Ich saß hier an meinem Schreibtisch, und je tiefer ich in die Details des 10. Februars 1970 eintauchte, desto mehr wurde mir klar, dass ich heute über dieses Ereignis berichten muss. Es ist die Geschichte eines Anschlags am Flughafen München-Riem, die mich tief bewegt hat. Ich sehe die Bilder vor mir: Ein Transitbus auf dem Rollfeld, Menschen voller Erwartung auf ihre Reise nach London, und plötzlich bricht das pure Chaos aus. Inmitten dieser Panik steht Aryeh Katzenstein, ein 32-jähriger Familienvater. Ich frage mich seither unaufhörlich, was in diesem…

  • Kalenderblatt

    09.02.1969 – Wahnsinn in den Wolken: Warum die Boeing 747 die Welt für immer veränderte!

    Es gibt Momente in der Geschichte, die nicht nur Zahlen in einem staubigen Archiv sind, sondern die unser aller Leben spürbar verändert haben. Wenn ich heute auf das Kalenderblatt schaue, bleibe ich am 9. Februar hängen. Wir schreiben das Jahr 1969. In Everett, im US-Bundesstaat Washington, schiebt sich ein Flugzeug aus einer Werkshalle, das alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Die Boeing 747, der erste „Jumbo-Jet“, bereitet sich auf seinen Jungfernflug vor. Es ist ein grauer Morgen, doch als die Triebwerke zum ersten Mal vor den Augen der Weltöffentlichkeit aufheulen, beginnt eine neue Zeitrechnung des Reisens. Ich erinnere mich noch genau an mein eigenes erstes Mal in diesem majestätischen…

  • Mein Blick

    Der Epstein-Skandal: Die hässliche Wahrheit über das perverse Netzwerk der Elite

    Es gibt Momente, in denen die Welt, wie wir sie zu kennen glauben, tiefe Risse bekommt. Momente, in denen das, was wir als „Verschwörungstheorie“ abgetan haben, plötzlich zur nackten, hässlichen Realität wird. Der Fall Jeffrey Epstein ist ein solches Beben. Er ist kein gewöhnlicher Kriminalfall; er ist die Offenlegung eines Systems, das so tiefgreifend korrupt und menschenverachtend ist, dass es uns den Atem raubt. Wer war dieser Mann, der sich wie ein Geist durch die Korridore der Macht bewegte? Jeffrey Epstein war kein klassisches Produkt eines prekären Milieus. Er wurde 1953 in Brooklyn geboren und wuchs in einer behüteten Mittelschichtsfamilie auf. Er war der klassische „Mathestreber“, hochbegabt und ehrgeizig. Sein…

  • Kalenderblatt

    08.02.1950 – Die Geburtsstunde der Stasi und das dunkle Erbe der Täter

    Am Mittwoch, dem 8. Februar 1950, beschließt die Volkskammer der DDR ein Gesetz, das auf dem Papier harmlos wirkt, aber in der Wirklichkeit ein Machtinstrument von historischer Bedeutung schafft: das „Gesetz über die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit“. Es ist kurz, fast nüchtern. Und gerade diese Nüchternheit ist das Erschreckende daran. Ein Staat baut sich sein Überwachungsorgan – nicht weil ein besonderer Bedarf besteht, sondern weil er diese ganz „normale“ staatliche Institution als Ministerium zum Machterhalt haben möchte. Vier Monate nach Gründung der DDR wird damit die bisher dem Innenministerium unterstellte „Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft“ herausgelöst und in ein eigenständiges Ministerium überführt. So steht es im Gesetztext. Politisch bedeutet…

  • Krieg

    Verrat am eigenen Volk: Wenn mehrere 1.000 Tote in Gaza nur ein „Preis des Krieges“ sind

    In einer Welt, in der die täglichen Schlagzeilen mit unterschiedlichen Nachrichten unsere Meinung beeinflussen, gibt es Momente, in denen ein einzelnes Dokument die gesamte Härte einer Realität offenlegt, die wir uns kaum vorstellen mögen. Ich sitze hier und betrachte die Zeilen eines Protokolls, das tiefe Einblicke in die Abgründe des Konflikts im Gazastreifen gibt. Es ist ein Text, der mich traurig und zugleich zutiefst nachdenklich stimmt, denn er zeigt uns eine Wahrheit, die hinter der Propaganda oft verborgen bleibt. Um die aktuelle Situation zu verstehen, müssen wir uns jedoch vor Augen führen, wie alles begann: Dieser Krieg wurde durch ein entsetzliches Massaker gegen Israel ausgelöst, das von Gaza ausging und…

  • Kalenderblatt

    31.01.1933 – Demokratie am Abgrund? Warum das „Zähmen“ von Extremisten schon 1933 krachend scheiterte

    Ich habe heute einen Artikel gelesen, der bei mir diesen inneren Alarm ausgelöst hat, den ich inzwischen sehr ernst nehme. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst warnt vor den nächsten Landtagswahlen und zieht dabei eine direkte Linie zum Jahr 1933. Er tut das nicht als billigen Vergleich, sondern als Mahnung daran, wie schnell eine Demokratie verschwinden kann, wenn Antidemokraten erst einmal an den Schalthebeln sitzen. Wüst sprach im Bundesrat anlässlich des Holocaust-Gedenkens und sagte sinngemäß: Die Idee, Extremisten würden sich „in der Verantwortung“ schon von selbst entzaubern, sei gefährlicher Unfug. Und dann folgt dieser eine Satz, der bei mir hängen geblieben ist: Es sei nicht auszuschließen, dass ein Feind unserer Demokratie sogar…