Mein Blick

Ein Donnerstag, der alles veränderte: Der Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine

Ich erinnere mich noch genau an diesen Morgen vor vier Jahren. Es war ein ganz normaler Donnerstag, zumindest dachte ich das, als ich aufwachte. Ich ging meiner gewohnten Morgenroutine nach, kochte mir einen Kaffee und griff dann zu meinem Handy, um die Nachrichten zu lesen. In diesem Moment blieb mir fast das Herz stehen.

Ich war so erschrocken, dass ich alles stehen und liegen ließ. Ich bin sofort zum Fernseher gelaufen und habe die Sondersendungen eingeschaltet. Die Bilder, die ich dort sah, brannten sich tief in meinem innersten ein: Es war in der Ukraine früher Morgen, kurz nach 5:00 Uhr Ortszeit, als die ersten Eilmeldungen über schwere Explosionen in Kiew, Charkiw und Odessa über den Schirm flimmerten. Während ich fassungslos zusah, wie die Reporter vor Ort Schutz suchten, wurde das ganze Ausmaß der Katastrophe deutlich. Russische Truppen waren bereits von Norden, Osten und Süden aus in das Land eingedrungen – sogar über die belarussische Grenze stießen Panzerverbände direkt auf die Hauptstadt vor.

Was damals als „militärische Spezialoperation“ von Diktator Putin getarnt wurde, war von Anfang an ein menschenrechtswidriger Angriffskrieg. Noch am selben Tag sah ich Wolodymyr Selenskyj im Fernsehen, wie er mit erschöpftem, aber entschlossenem Gesicht das Kriegsrecht verkündete – formell trat es ab 05:30 Uhr in Kraft – und später am Tag, wie er auch den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Moskau erklärte. Wenn ich heute auf diesen Tag zurückblicke, wird mir klar, wie eiskalt das Kalkül dahinter war: Wir mussten lernen, dass zu diesem Krieg nicht nur Frontlinien und Raketen gehören, sondern auch schwere Verbrechen – darunter die unrechtmäßige Verschleppung von Kindern und dokumentierte Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt. Und wir mussten schmerzhaft begreifen, dass Moskau die europäische Friedensordnung längst aufgekündigt hatte, während wir noch an Verträge glaubten.

Und noch etwas wurde mit der Zeit sichtbar: Später, besonders ab Herbst 2022, wurde das gezielte Treffen der Energie- und Wärmeversorgung zu einem Muster dieses Krieges – bis zu diesem heutigen Tag, als Strategie gegen eine ganze Bevölkerung.

Doch heute, vier Jahre später, spüre ich eine neue Entschlossenheit. Wir haben verstanden, dass wir die Ukraine nicht fallen lassen dürfen – auch um unsere eigene Freiheit hier in Deutschland zu schützen. Dass wir wieder über die Stärkung der Bundeswehr und einen modernen Wehrdienst sprechen, ist eine notwendige Antwort auf diese Realität. Wir geben, was wir können, damit Sicherheit in Europa wieder eine Zukunft hat. Wir stehen an der Seite derer, die für ihre Freiheit kämpfen, denn ihr Schutz ist letztlich auch unser eigener.

Wie hast Du diesen Morgen vor vier Jahren in Erinnerung? Hat der Moment, in dem Du die Nachrichten zum ersten Mal gesehen hast, auch Deine Sicht auf unsere Sicherheit verändert? Schreib es mir gerne in die Kommentare.

Euer Schimon


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Peter Winkler ist Aquaponiker, Coach und Blogger. Sein theologisches Studium war die Basis für eine langjährige Tätigkeit in der sozialen Arbeit. Seit 2012 beschäftigt er sich mit der Aquaponik. Durch seine Expertise entstanden mehrere Produktionsanlagen im In.- und Ausland. Mit dem Blog "Schimons Welt" möchte er die Themen teilen, die ihn bewegen und damit einen Beitrag für eine bessere Welt leisten.

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