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15.02.1922 – Den Haag, ist das Völkerrecht gescheitert oder unsere einzige Chance gegen Diktatoren?
Ein Gerichtssaal kann ein kühler Ort sein, voller Paragrafen und strenger Gesichter. Doch wenn wir genau hinschauen, ist er oft die einzige Brandmauer zwischen der menschlichen Zivilisation und dem totalen Chaos. Heute möchte ich mit euch genau 104 Jahre zurückreisen, an einen geschichtsträchtigen 15. Februar im Jahr 1922. An jenem Tag öffnete der Friedenspalast in Den Haag seine Pforten für die erste Sitzung des Ständigen Internationalen Gerichtshofs. Unter der Leitung des Niederländers Bernard Loder geschah etwas, das viele Zeitgenossen für eine bloße Träumerei hielten: Die Geburtsstunde einer echten Weltjustiz. Zum ersten Mal in der modernen Geschichte gab es ein festes Gremium aus Richtern verschiedener Nationen, das nicht nur gerufen wurde,…
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22.12.1932 – Winterhilfe-Hohn, Getreidezölle und der moralische Bankrott im Schatten der Kohleberge
Es ist ein grauer, klirrend kalter Donnerstag an diesem 22. Dezember 1932, ich schlage die Seiten der Arbeiter-Zeitung auf und habe das Gefühl, direkt in ein tiefes Tal der Hoffnungslosigkeit zu blicken. Die Menschen in Breslau und Berlin zittern nicht nur vor der Kälte, sondern auch vor einer Zukunft, die ihnen immer mehr entgleitet. Die Regierung unter General von Schleicher hat soeben ihre lang angekündigte Winterhilfe beschlossen, doch was da als soziale Wohltat verkündet wird, liest sich für die Betroffenen wie ein schmerzhafter Schlag ins Gesicht. Eine arbeitslose Familie soll pro Woche gerade einmal ein Pfund Fleisch oder ersatzweise Rückenfett um 30 Pfennig verbilligt erhalten, während die Getreidespeicher und Kohlenhalden…





