Kulinarik

Frische Milch direkt vom Bauern: Unser erster Meilenstein im Hüffenhardt-Experiment

Das „Hüffenhardt-Experiment“ nimmt Fahrt auf. Nach dem ersten Impuls, uns regional zu ernähren, sind Dany und ich gestern Abend einfach losgezogen. Es war eine dieser spontanen Aktionen, bei denen man erst einmal nur schauen will, was das Umland eigentlich hergibt, und plötzlich mit einer Flasche frischer Milch und anderen Produkten sowie einer Menge neuer Erkenntnisse nach Hause kommt.

Regionaler Einkauf vor der Haustür

Unser erster Weg führte uns in die direkte Nachbarschaft nach Siegelsbach zum Hofladen der Familie Kraus. Es ist ein charmanter kleiner Laden im Petersäcker, der mit verschiedenen Automaten bestückt ist. Wir wollten uns eigentlich nur orientieren und hatten gar keine Gefäße für Milch dabei. Zwar haben wir dort einen Milchautomaten entdeckt, aber – zumindest auf den ersten Blick – keine passenden Flaschen vor Ort. Also hieß es für uns: Wir kommen wieder, dann aber besser vorbereitet.

Frische Milch direkt vom Bauern: Unser erster Meilenstein im Hüffenhardt-Experiment
Der Milch-Automat ist einfach zu bedienen. Milchflaschen können direkt vor Ort gekauft werden.

Der zweite Stopp war der Hofladen Klenk & Fritz in der Zimmerhöfer Straße in Bad Wimpfen-Hohenstadt. Hier wurden wir fündig. In einem der Automaten gab es tatsächlich Milchflaschen zu kaufen. Das war der Moment, in dem aus der bloßen Neugier ein echtes Experiment wurde. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals zuvor Milch direkt beim Erzeuger geholt haben. Als Kind schon, da sind wir mit der Milchkanne zum Bauern um die Ecke geschickt worden und haben Milch geholt. Jedoch von einem Automaten haben wir noch nie Milch „gezapft“. Geld einwerfen, Flasche unter den Auslass halten und zusehen, wie die frische, vier Grad kalte Milch hineinläuft – das fühlte sich nach einem echten kleinen Erfolgserlebnis an. Besonders authentisch wird es, wenn man vom Hofladen aus direkt rüber zum Stall schauen kann und weiß: Genau dort kommt sie her.

Die Sache mit dem Abkochen

Wieder zu Hause angekommen, ging es an die Verarbeitung. Da die Milch direkt vom Bauern kommt, ist sie unbehandelt. Auf dem Automaten steht deshalb der wichtige Hinweis, dass man sie vor dem Verzehr abkochen soll. Das dient der Sicherheit, da Rohmilch natürliche Bakterien enthalten kann, die im Gegensatz zur pasteurisierten Supermarktware noch aktiv sind.

Frische Milch direkt vom Bauern: Unser erster Meilenstein im Hüffenhardt-Experiment
Milch kocht schnell über, man sollte sich also nicht vom Topf weg bewegen.

Ich habe die Milch also in einen Topf gegeben und bei ständigem Rühren erhitzt. Das Ziel war es, sie etwa 30 bis 40 Sekunden lang auf 70 Grad zu bringen. Man sollte sie nicht zu stark sprudelnd aufkochen lassen, da sich sonst der Geschmack verändert. Durch das sanfte Erhitzen bleiben die Vitamine weitgehend erhalten und der typische „Kochgeschmack“ wird vermieden. Danach haben wir den Topf im Wasserbad heruntergekühlt und die Milch zurück in die Flasche gefüllt. So hält sie sich im Kühlschrank nun etwa vier bis fünf Tage, während sie ungekocht nach zwei bis drei Tagen verbraucht werden sollte.

Ein Prozess mit Lernkurve

Ein wenig enttäuscht waren wir allerdings vom Gemüseangebot. Außer Kartoffeln und Zwiebeln gab es in beiden Läden momentan kein Gemüse. Das zeigt uns deutlich, dass regionale Ernährung eben auch bedeutet, sich dem Rhythmus der Jahreszeiten unterzuordnen. Es ist ein Prozess, bei dem wir uns immer wieder fragen: Wo bekommen wir was her? Aber mit der Milch haben wir nun einen ersten, sehr geschmackvollen Schritt gemacht. Ich bin gespannt, wie sie uns beim Frühstück schmecken wird und werde euch sicher bald mehr von unseren nächsten Entdeckungen erzählen.

Frische Milch direkt vom Bauern: Unser erster Meilenstein im Hüffenhardt-Experiment
Die Milch schmeckt einfach nur lecker. Habe schon lange nicht mehr so gute Milch getrunken.

Wie haltet ihr es eigentlich mit Milch vom Bauern? Habt ihr das schon mal ausprobiert oder schreckt euch das Abkochen eher ab? Schreibt mir eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!

Euer Schimon

Titelbild: Werbeschild beim Hofladen der Familie Kraus in Siegelsbach


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