Keine Seife auf dem Brot: Mein Experiment mit Lavendel-Butter
Eigentlich wollte ich heute Morgen nur nachsehen, wie sich die oberste Etage meiner Kräuterspirale in der spanischen Sonne schlägt. Wer meine letzten Beiträge hier verfolgt hat, weiß, dass dieses Projekt in Alquézar für mich viel mehr ist als nur Gartenarbeit – es ist mein Weg, die Dinge wieder selbst in die Hand zu nehmen. Mein Blick blieb am Lavendel hängen, der dort oben thront, und mir schoss sofort eine Idee für meinen nächsten kulinarischen Streifzug in den Kopf. Aber ich war unsicher. Lavendel? Ist das nicht dieses Zeug, das man sich gegen Motten in den Schrank hängt? Ich hatte echt Schiss, dass mein Essen am Ende nach Seife schmeckt und ich Susanne und Bob mit einem „Parfüm-Brot“ verschrecke. Das war meine ganz persönliche kleine Hürde heute Morgen.
Aber ich wollte nicht aufgeben, bevor ich es probiert habe. Also habe ich mich kurz im Internet schlau gemacht und dabei gelernt, dass es beim Kochen extrem auf die Sorte ankommt. Wenn ihr das auch mal versuchen wollt: Nehmt unbedingt den Echten Lavendel. Man nennt ihn auch Gewürzlavendel oder Speik. Der hat diesen klaren, ehrlichen Duft, der eben nicht künstlich wirkt, sondern eine ganz feine, edle Note besitzt. Andere Sorten können schnell zu streng oder fast medizinisch schmecken – das wollt ihr definitiv nicht auf dem Brot haben.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf bin ich zurück zur Kräuterschnecke, habe ein paar Stängel abgeschnitten und die kleinen, festen Blüten im Steinmörser mit grobem Meersalz zerrieben. Und ich sage euch: In dem Moment, als das Salz die Blüten aufgebrochen hat, war meine Skepsis weg. Es roch nach Sommer, nach frischer Luft und nach etwas ganz Wildem. Diese lila Salzmischung habe ich dann unter weiche Butter gehoben. Das Fett nimmt das Aroma sofort auf und hält es fest, ohne dass es einen erschlägt.
Währenddessen hatte ich ein Weißbrot im Ofen. Dieser Geruch nach frischer Hefe, der durch das ganze Haus zog, und dann diese kühle, blumig-salzige Butter darauf… das ist für mich gerade das echte Leben hier. Wenn die warme Kruste beim zubeißen knackt und die Butter langsam auf der Zunge schmilzt, dann weiß man, dass sich das Experiment gelohnt hat.
Vielleicht ist das der Kern meiner kleinen Serie hier: Einfach mal machen, auch wenn man erst mal skeptisch ist. Wir müssen uns trauen, die Pflanzen, die direkt vor unserer Nase wachsen, wieder richtig zu schmecken und für uns zu entdecken.
Was meint ihr? Habt ihr Lavendel bisher auch eher im Badezimmer gesehen, oder traut ihr euch mit mir an den Küchentisch? Ich bin gespannt, was ihr sagt – schreibt es mir einfach unten in die Kommentare!
Deine Elena
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