Die zentralen Probleme der Menschheit und wie wir sie lösen können

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, mit den Händen in der Erde und dem Geruch von frischem Heu in der Nase. Diese Verbundenheit zur Natur hat mich nie losgelassen. Ob als ehemaliger Imker, der das faszinierende Zusammenspiel eines Bienenvolkes beobachtete, oder heute in der Arbeit mit Aquaponik-Systemen: Ich habe gelernt, dass Leben immer Kreislauf bedeutet. In der Natur gibt es keine Verschwendung und keinen Egoismus, der das Ganze zerstört. Alles dient dem Leben. Genau dieser Geist hat mich auch dazu bewogen, den Verein Zukunft Landwirtschaft e.V. mitzugründen. Wir müssen verstehen, dass wir den Boden, auf dem wir stehen, nicht einfach ausbeuten können, ohne uns selbst die Lebensgrundlage zu entziehen.

Doch wenn ich heute in die Welt blicke, sehe ich, dass wir Menschen diesen natürlichen Rhythmus verloren haben. Wir leben in einer Zeit, in der das „Ich“ oft lauter schreit als das „Wir“. Die zentralen Probleme unserer Zeit – sei es die Zerstörung unserer Umwelt, soziale Ungerechtigkeit oder Kriege – haben ihre Wurzel oft gar nicht im Außen, sondern tief in uns drin. Es sind Gier, Bequemlichkeit und ein strebendes Machtbewusstsein, die uns blind machen für die Konsequenzen unseres Handelns. Wir suchen den schnellen Gewinn und vergessen die langfristige Verantwortung. Als Mensch, der zum Judentum konvertiert ist, berührt mich besonders die Frage nach echtem Frieden tief. Israel ist für mich dabei nicht nur ein Land auf der Landkarte, sondern ein Symbol für das Ringen um Koexistenz auf engstem Raum. Es führt mir vor Augen, wie zerbrechlich Frieden ist und dass er harte Arbeit an uns selbst erfordert.

Die Welt heilen, indem wir bei uns beginnen

Ich bin davon überzeugt, dass wir die großen Krisen im Außen nur lösen können, wenn wir bereit sind, auch im Inneren aufzuräumen. Mein Blog „Schimons Welt“ ist daher kein gewöhnliches Magazin, sondern eine Einladung zur Lebenshilfe im besten Sinne. Es geht darum, wieder Verantwortung zu übernehmen – für unsere Gefühle, unseren Konsum und unseren Umgang miteinander. Ich scheue mich nicht vor klaren Worten, denn Wegschauen hilft niemandem. Aber ich glaube fest daran, dass Veränderung möglich ist.

Wie in der Landwirtschaft müssen wir wieder lernen, geduldig zu säen und zu pflegen, bevor wir ernten wollen. Wenn wir Empathie statt Ellenbogenmentalität kultivieren und Nachhaltigkeit statt kurzfristigen Profit wählen, können wir eine Wende einleiten. Jeder von uns hat jeden Tag die Wahl, ob er Teil des Problems oder Teil der Lösung sein möchte. Ich lade Dich ein, diesen Weg gemeinsam mit mir zu gehen. Lass uns hinsehen, verstehen und handeln – für eine Welt, in der wir nicht nur überleben, sondern wirklich menschlich leben.

Euer Schimon