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19.02.2020 – Sechs Jahre nach Hanau: Zwischen behördlichem Versagen und menschlicher Zivilcourage
Wenn ich heute Morgen auf mein Kalenderblatt schaue und das Datum des 19. Februars lese, legt sich eine schwere Traurigkeit über meine Gedanken. Es ist nun sechs Jahre her, dass in Hanau neun junge Menschen aus unserer Mitte gerissen wurden, und doch fühlt sich der Schmerz so unmittelbar an, als wäre die Nacht von 2020 erst gestern gewesen. Ich halte inne und spreche ihre Namen leise aus, denn sie sind mehr als nur eine Erinnerung; sie sind ein Teil unserer gemeinsamen Geschichte, die an diesem Abend so grausam erschüttert wurde. Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan…
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08.02.1950 – Die Geburtsstunde der Stasi und das dunkle Erbe der Täter
Am Mittwoch, dem 8. Februar 1950, beschließt die Volkskammer der DDR ein Gesetz, das auf dem Papier harmlos wirkt, aber in der Wirklichkeit ein Machtinstrument von historischer Bedeutung schafft: das „Gesetz über die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit“. Es ist kurz, fast nüchtern. Und gerade diese Nüchternheit ist das Erschreckende daran. Ein Staat baut sich sein Überwachungsorgan – nicht weil ein besonderer Bedarf besteht, sondern weil er diese ganz „normale“ staatliche Institution als Ministerium zum Machterhalt haben möchte. Vier Monate nach Gründung der DDR wird damit die bisher dem Innenministerium unterstellte „Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft“ herausgelöst und in ein eigenständiges Ministerium überführt. So steht es im Gesetztext. Politisch bedeutet…





