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18.02.1943 – Flugblätter gegen das Vergessen, warum die Weiße Rose uns heute mehr denn je zu sagen hat
Es gibt Momente in der Geschichte, die sich wie ein kalter Schauer auf der Haut anfühlen, nicht wegen der Grausamkeit allein, sondern wegen des unfassbaren Mutes, der ihr entgegengesetzt wurde. Wenn ich heute auf das Datum des 18. Februars blicke, dann sehe ich nicht nur einen Wintertag im Jahr 1943, sondern ich sehe zwei junge Menschen in den lichten Hallen der Münchner Universität. Ich sehe Hans und Sophie Scholl, wie sie mit klopfendem Herzen Briefe der Freiheit in ein Meer aus Unterdrückung werfen. Es ist der Tag ihrer Verhaftung, der Tag, an dem die „Weiße Rose“ ihr sichtbares Ende fand und doch für immer zu blühen begann. Was mich an…
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12.02.1940 – Wenn Regentropfen an Tränen erinnern: Wolff Grunwald und das Schweigen von Stettin
Ich war heute den ganzen Tag unterwegs, und während der Regen immer wieder peitschend gegen die Scheiben schlug und die Welt da draußen in ein trostloses Grau tauchte, ließen mich meine Gedanken nicht los. Es ist heute der 12. Februar, und trotz der Nässe und der Ungemütlichkeit des heutigen Tages wanderten meine Gedanken unaufhörlich zurück in eine ganz andere, weit grausamere Kälte. Gestern am Spätnachmittag hatte ich mich schon mit diesem Thema befasst. Ich musste immer wieder an jene Nacht vom 12. auf den 13. Februar 1940 in Stettin denken, als das, was wir heute unter Zivilisation verstehen, einfach in der Dunkelheit versank. Damals war es kein Regen, der die…
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Wannsee – der Moment, in dem Mord zum Verwaltungsakt wurde
Heute ist so ein Tag, der mir beim Lesen der Nachrichten und beim Blick auf den Kalender kurz den Atem nimmt. Der 20. Januar ist nicht einfach irgendein Datum. Am 20. Januar 1942 trafen sich in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin fünfzehn Männer aus SS, Partei und Ministerien, um die „Endlösung der europäischen Judenfrage“ in eine Form zu bringen, die man in Akten, Zuständigkeiten und Abläufen abarbeiten konnte. Und genau das macht es so schwer auszuhalten: Nicht das Bild von „Wahnsinn“ oder „Chaos“, sondern dieses kalte Funktionieren. Dieses „wir regeln das“. Bürokratie, die sich geschniegelt gibt, während sie den Massenmord organisiert. Was damals in Wannsee wirklich passierte Die…
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Schweinekopf vor dem Prager-Haus in Apolda: Ein neuer Tiefpunkt des Antisemitismus in Deutschland
Zwischen dem Freitagnachmittag und Samstagvormittag ereignete sich im thüringischen Apolda eine abscheuliche Tat, die einmal mehr das erschreckende Ausmaß von Antisemitismus in unserer Gesellschaft zeigt. Unbekannte Täter legten einen Schweinekopf vor das Prager-Haus, eine Gedenkstätte, die an die von den Nationalsozialisten ermordete jüdische Familie Prager erinnert. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung, der Staatsschutz wurde eingeschaltet. Dieser Vorfall ist nicht nur eine Schändung eines Gedenkortes, sondern ein bewusster Angriff auf das Andenken an die Opfer der Shoah und ein deutliches Zeichen fortwährender Judenfeindlichkeit. Das Prager-Haus: Ein Ort der Erinnerung Das Prager-Haus in der Bernhard-Prager-Gasse ist nicht irgendein Gebäude. Es war einst das Geschäfts- und Wohnhaus von Bernhard Prager, einem jüdischen Händler,…
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Holocaust: Warum Bildung der Schlüssel im Kampf gegen Antisemitismus ist
Heute möchte ich ein Thema ansprechen, das mich zutiefst bewegt und mit dem ich mich schon seit meiner Schulzeit auseinandersetze: die Erinnerung an den Holocaust und die Aufarbeitung dieser dunklen Zeit unserer Geschichte. Heute Morgen habe ich eine Nachricht gelesen, die mich zum Nachdenken gebracht hat. Der britische Premierminister Keir Starmer hat angekündigt, dass Schüler im Vereinigten Königreich künftig den Holocaust als verpflichtenden Teil ihres Lehrplans kennenlernen werden, inklusive Besuchen in Auschwitz. Es ist ein mutiger Schritt, doch ich kann nicht umhin, mich zu fragen: Warum erst jetzt? Ich gehöre zur Generation, die in den 70er und 80er Jahren zur Schule ging. Damals wurde der Holocaust natürlich im Geschichtsunterricht behandelt,…













