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17.02.2024 – Wenn die Israelfahne zur Zielscheibe wird
Zwei israelische Fahnen an einer Bushaltestelle am Potsdamer Platz – leider kein alltägliches Bild in einer weltoffenen Stadt. Am 17. Februar 2024 wurde genau dieser Anblick zum Auslöser für einen Gewaltausbruch, der mich bis heute fassungslos macht. Es war ein Samstagnachmittag, der uns schmerzhaft daran erinnert, dass die Freiheit, seine Identität offen zu zeigen, für viele von uns an einer Bordsteinkante enden kann. Vor genau zwei Jahren ereignete sich im Herzen Berlins eine Szene, die mich auch heute noch fassungslos macht. Ein 41-jähriger Mann war an diesem Samstagnachmittag unterwegs, er kam gerade von einer Solidaritätskundgebung und trug zwei israelische Fahnen bei sich – ein Zeichen der Identität und Verbundenheit. Doch…
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Antisemitismus an deutschen Hochschulen: Neue Dokumentation zeigt das Ausmaß der Bedrohung
Eine aktuelle Filmdokumentation beleuchtet die erschreckende Zunahme von Antisemitismus an deutschen Universitäten und die damit einhergehende Unsicherheit für jüdische Studierende. Experten warnen vor einer globalen Radikalisierung und fordern entschlossene Maßnahmen zum Schutz demokratischer Werte in den Bildungsstätten. Die Filmdokumentation „Zwischen Hörsaal und Hetze – der akademische Antisemitismus nach dem 7. Oktober“ zeigt auf, dass etwa neunzig Prozent aller antisemitischen Vorfälle an deutschen Hochschulen dem sogenannten israelbezogenen Antisemitismus zuzuordnen sind. Dabei hat sich die Zahl der Vorfälle im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Experten wie Andreas Stahl von der Beratungsstelle gegen Antisemitismus an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen und Jahne Nicolaisen vom Mideast Freedom Forum Berlin analysieren in dem Beitrag die…
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18.12.1932 – Ein leiser Tod in Schöneberg und das Ende einer Ära
Es ist der vierte Advent, ein grauer und kalter Sonntag, der über Berlin liegt. In den Wohnzimmern brennen vier Kerzen, und der Duft von Tannennadeln mischt sich mit dem Geruch von Kohleöfen, die gegen den frostigen Winter ankämpfen. Doch während sich die Stadt auf das Weihnachtsfest vorbereitet, senkt sich in Schöneberg eine tiefe Stille über die Bozener Straße 18. Dort schließt an diesem Tag Eduard Bernstein für immer die Augen. Es ist ein Tod, der symbolischer kaum sein könnte, denn mit dem zweiundachtzigjährigen Vordenker der Sozialdemokratie stirbt in gewisser Weise das Gewissen der Republik, nur wenige Wochen bevor diese endgültig zerschlagen wird. Bernstein war der Mann, der an die Reform…







