Selbstreflexion & Sinnfindung

Tagesimpuls: Verantwortung übernehmen – Warum es uns befreit, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen

Wie oft erwischen wir uns im Alltag dabei, dass wir mit dem Finger reflexartig auf die Umstände zeigen: Der Chef hat schlechte Laune, die Politik verbockt es, der Partner versteht einen nicht oder das nasskalte Wetter schlägt aufs Gemüt. Es ist unheimlich bequem, die Schuld anderen in die Schuhe zu schieben. Denn solange die anderen schuld sind, müssen wir selbst schließlich keinen Finger rühren und können uns in der Opferrolle gemütlich einrichten. Wir haben am Sonntag über den Mut zur Ehrlichkeit gesprochen und gestern darüber, wie wichtig es ist, den Kopf frei zu bekommen und das ständige Funktionieren im Hamsterrad zu stoppen. Doch der nächste Schritt ist der unbequemste von allen: Du musst aufhören, darauf zu warten, dass irgendjemand um die Ecke biegt und dein Leben für dich in Ordnung bringt.

Niemand kommt, um dich zu retten. Das klingt erst einmal hart, ist am Küchentisch aber die ehrlichste Wahrheit, die es gibt. Solange du glaubst, dass deine Zufriedenheit davon abhängt, wie sich dein Umfeld verhält, gibst du deine ganze Macht an der Garderobe ab. Du machst dich erpressbar und abhängig von Launen, Entscheidungen und Zufällen. Verantwortung zu übernehmen bedeutet nicht, dass du an allem schuld bist, was dir im Leben widerfährt. Du kannst nicht steuern, wer dich anrempelt, aber du entscheidest ganz allein, ob du am Boden liegen bleibst oder dir den Staub abklopfst und aufrecht weitergehst. In dem Moment, in dem du dir sagst: „Das hier ist meine Baustelle, und ich kümmere mich jetzt darum“, fällt eine zentnerschwere Last von deinen Schultern. Du bist nicht länger der Spielball fremder Launen, sondern sitzt wieder selbst am Steuer.

Fang heute im ganz Kleinen an. Du musst dafür nicht dein komplettes Leben über Nacht auf links drehen oder krampfhaft versuchen, alles zu kontrollieren. Such dir für heute eine einzige Sache heraus, über die du dich schon seit Wochen insgeheim beschwerst – sei es ein liegengebliebenes Projekt, ein schwelender Konflikt oder eine schlechte Angewohnheit. Hör auf zu meckern, kaufe dich nicht länger mit Ausreden frei und triff eine klare Entscheidung. Selbst wenn es heute nur ein einziger, machbarer Schritt von fünf Minuten ist, mit dem du das Ruder wieder an dich reißt.

Wo ertappst du dich im Alltag am ehesten dabei, die Verantwortung auf andere Menschen oder die Umstände abzuschieben? Und welcher kleine Schritt würde dich genau an diesem Punkt sofort wieder handlungsfähig machen? Schreib mir deine Gedanken dazu gerne direkt in die Kommentare.

Euer Schimon

Bild: Peter Winkler / KI-überarbeitet


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