Die unterschätzten Folgen einer ehrlichen Anerkennung
Manchmal sind es nicht die großen Reden oder die durch geplanten Konzepte, die unser Miteinander verändern, sondern Dinge, die auf den ersten Blick als Kleinigkeiten abgetan werden könnten. Vor ein paar Tagen habe ich spontan den Unterricht einer Kollegin übernommen, einfach weil ich die Kapazitäten hatte und mir das Thema Freude bereitete. Es war keine große Sache für mich, sondern ein Impuls, der aus der Situation heraus entstanden ist. Ich habe keinen Gedanken daran verschwendet, ob daraus etwas folgen könnte, und schon gar keine Gegenleistung erwartet.
Doch dann kam die Überraschung, die mich weit mehr berührt hat, als ich es in diesem Moment erahnte. Gegen Mittag stand die Kollegin bei mir im Büro, in der Hand eine Packung Toffifee. Sie bedankte sich noch einmal herzlich für die Entlastung, und in ihrem Blick lag eine echte, ungespielte Anerkennung. Diese kleine Geste hat mich völlig unvorbereitet getroffen und mich auf eine Art fasziniert, die mich im Nachgang lange beschäftigt hat.
Am Abend saß ich an meinem Schreibtisch, um meine Berichte zu schreiben, während die Packung Toffifee direkt vor mir lag. Ich habe eins nach dem anderen gegessen, ganz bewusst, und als die Hälfte weg war, innegehalten und gedacht, dass es jetzt auch reicht. Ich spürte in diesem Moment, wie diese simple Aufmerksamkeit – diese sichtbare Wertschätzung – eine Wärme in mir auslöste, die rein gar nichts mit dem Süßkram zu tun hatte. Es war das schlichte Gefühl, gesehen zu werden. Dass meine Hilfe nicht einfach als selbstverständlich abgehakt wurde.
Ich habe die Packung später mit nach Hause genommen und meiner Frau erzählt, wie sehr mich das gefreut hat. Wir haben den Rest gemeinsam gegessen, und für mich war klar, dass ich der Kollegin das sagen muss. Ein paar Tage später habe ich sie noch einmal darauf angesprochen und ihr gestanden, dass ihr wahrscheinlich gar nicht bewusst ist, was diese kleine Packung Toffifee bei mir ausgelöst hat. Sie hat bei mir seitdem einen Stein im Brett, und zwar nicht wegen der Schokolade, sondern wegen der Haltung, die dahintersteht.
Genau das ist der Weg. Wertschätzung ist wie ein Same, der an den unerwartetsten Stellen etwas Gutes wachsen lässt. Wir unterschätzen im Alltag viel zu oft, was eine kleine Geste, ein ehrliches Danke oder ein kurzes Innehalten auslösen kann. Es sind genau diese unscheinbaren Momente, die zwischen Menschen ein echtes Band knüpfen. Wir sollten uns viel öfter die Zeit nehmen, das, was andere für uns tun, nicht einfach hinzunehmen, sondern es bewusst wahrzunehmen.
Was war die letzte kleine Geste, die dich im Alltag wirklich berührt hat? Schreib es mir gerne in die Kommentare.
Euer Schimon
Bild: Symbolbild / KI-generiert
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