Mein Blick

Das Schweigen der Medien und der Hass vor unserer Haustür: Warum die Lüge über Israel siegt

Es gibt Momente im Alltag, in denen die Fassade einer scheinbar aufgeklärten Gesellschaft mit einem einzigen Satz in sich zusammenbricht. Vor wenigen Tagen sprach ich mit einer Bekannten, die seit ihrer Kindheit in Deutschland lebt, hier zur Schule gegangen ist, arbeitet und unser Land ihre Heimat nennt. Sie besitzt allerdings nur die türkische Staatsbürgerschaft und hatte massive bürokratische Hürden mit ihrer Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis. Aus reiner Verwunderung fragte ich sie ganz beiläufig, warum sie nach all den Jahrzehnten eigentlich nicht längst die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt habe, um endlich Ruhe zu haben. Ihre Antwort traf mich wie ein Schlag in die Magengrube. Sie erklärte mir mit vollkommener Selbstverständlichkeit, dass sie bei einer Einbürgerung das Existenzrecht Israels bestätigen und sich zum historischen Fakt des Holocausts bekennen müsste. Das könne und wolle sie aus tiefster Überzeugung nicht tun, weshalb sie lieber das Risiko eingehe, ihren Status zu verlieren, als diesen Staat anzuerkennen. Nur wenig später saß ich mit einem Mann bei einem intensiven Gespräch zusammen, wir sprachen über das Leben und die Welt, bis das Thema unvermittelt auf das Judentum kam. Mit eisiger Miene eröffnete er mir, Deutschland begehe einen fatalen Fehler, weil es jüdisches Leben schütze und jüdische Mitbürger nicht ausweise. Auf meine fassungslose Nachfrage nach dem Warum entgegnete er ungerührt, das würden die Deutschen schon noch sehen, denn die Juden würden eines Tages die Kinder in unserem Land umbringen. Ich habe dieses Gespräch auf der Stelle abgebrochen. Doch das Entsetzen wich nicht, sondern verwandelte sich in eine quälende Erkenntnis: Wir sprechen hier nicht über ferne Krisenherde, sondern über Menschen, die mitten unter uns wohnen, und über Jahrhunderte alte, giftige Ritualmordlegenden, die ungeniert an unseren Tischen wiederbelebt werden.

Wenn Journalismus versagt und Fakten der Ideologie weichen

Genau dieses Phänomen spiegelt sich auf der ganz großen Weltbühne wider. Als der israelische Ministerpräsident vor der UN-Vollversammlung ans Rednerpult trat, standen reihenweise Diplomaten auf und verließen demonstrativ den Saal. Anstatt zuzuhören, Argumente abzuwägen und Fakten zu prüfen, wählten sie den feigen Rückzug in ihre eigene Echokammer. Doch was mich mindestens genauso erschüttert wie diese diplomatische Heuchelei, ist die Rolle unserer eigenen Medienlandschaft. Echter, unabhängiger Journalismus hat die vornehmste Pflicht, die Wahrheit schonungslos aufzudecken, Propaganda zu entlarven und über komplexe Missstände differenziert aufzuklären. Stattdessen erleben wir in weiten Teilen der deutschen Berichterstattung ein fatales Versagen. Meldungen und zweifelhafte Opferzahlen von Terrororganisationen werden oft ungeprüft in Eilmeldungen übernommen, während die beispiellosen humanitären Schutzmaßnahmen der israelischen Armee – die selbst von internationalen Militärexperten als historisch einmalig eingestuft werden – in Randnotizen verblassen. Warum wird in unseren Leitmedien so selten offen über die Wurzeln dieses Hasses berichtet? Warum verschweigt man die Milliardenströme aus totalitären Staaten wie Katar, die weltweit Universitäten, Medien und Thinktanks mit postkolonialen Narrativen füttern? Wenn Journalisten aus Angst vor Gegenwind oder aus eigener ideologischer Verblendung das Wort Völkermord salonfähig schreiben, anstatt die gezielte Täter-Opfer-Umkehr zu entlarven, bereiten sie genau den Nährboden, auf dem jene Schauermärchen gedeihen, die mir Tage zuvor im Alltag begegnet sind.

Das politische Tabu und die gefährliche Blindheit

Diese mediale Schieflage hat längst handfeste politische Konsequenzen in unserem eigenen Land. Dass ausgerechnet in unserer Bundeshauptstadt Berlin eine Linkspartei einen solchen Wahlsieg erringen konnte, offenbart das ganze Drama einer Gesellschaft, die auf dem linken und islamistischen Auge erblindet ist. Es ist dieselbe politische Kraft, aus deren Reihen und Umfeld seit Jahren immer wieder israelfeindliche Proteste verharmlost, Boykottaufrufe legitimiert und antisemitische Grenzüberschreitungen unter dem schützenden Deckmantel des Antikolonialismus weggelächelt werden – so besorgniserregend, dass selbst der Zentralrat der Juden unüberhörbar Alarm schlagen musste. Wir haben in Deutschland verlernt, unbequeme Wahrheiten klar zu benennen. Da ist zum einen die religiöse Dimension im Islam, in dem Glaube und staatliche Ordnung oft untrennbar verschmolzen sind und der theokratische Absolutheitsanspruch die bloße Existenz eines jüdischen Staates auf historischem Boden als theologische Schmach empfindet. Wer dieses Tabu anspricht, wird in den Redaktionsstuben und Parlamenten sofort als intoleranter Spalter gebrandmarkt. Gleichzeitig schaut man wohlwollend zu, wie sich ein links-akademisches Milieu mit radikalen Kräften verbündet und den Begriff der Solidarität völlig pervertiert. Wenn wir weiterhin so tun, als sei Judenhass nur ein Randphänomen einiger weniger Verwirrter, und wenn unsere Politik und unsere Medien sich weigern, den importierten und ideologisch gepflegten Antisemitismus beim Namen zu nennen, dann verraten wir das Fundament unserer eigenen Freiheit.

Wir dürfen diese schleichende Vergiftung unseres Zusammenlebens nicht länger schweigend hinnehmen. Es reicht nicht aus, bei Gedenkveranstaltungen betretene Gesichter zu machen, während man im Alltag, an den Schulen und an den Wahlurnen den Blick abwendet. Wie erlebst Du diese Kluft zwischen den geschönten Schlagzeilen und der bitteren Realität vor unserer Haustür? Bist Du in Deinem Umfeld auch schon auf solchen unverhohlenen Hass gestoßen, und wie gehst Du damit um? Lass uns offen und ehrlich in den Kommentaren darüber sprechen, denn Schweigen ist in diesen Zeiten keine Option mehr.

Euer Schimon

Bild: Symbolbild / KI-generiert


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