Mein Blick

Milliarden für den Frieden? Davos, Macht und die eisige Realität des Krieges

In den letzten Tagen habe ich die Bilder und Meldungen aus Davos verfolgt, und es hat sich dieses beklemmende Gefühl in mir ausgebreitet, das ich nur schwer abschütteln kann. Auf dieser Bühne, wo Mächtige reden, lächeln, verhandeln und sich gegenseitig versichern, wie wichtig Stabilität und Frieden seien, wirkt der Krieg plötzlich wie etwas, das man mit den richtigen Worten und den richtigen Deals in den Griff bekommt. Und genau in diese Kulisse hinein hat Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum die Gründung seines sogenannten „Board of Peace“ inszeniert – ein Friedensgremium, das globale Konflikte lösen soll, unter seinem Vorsitz.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr bleibt mir dieser eine Punkt im Hals stecken: Bei diesem Gremium geht es offenbar nicht nur um Diplomatie, sondern auch um ein Preisschild. Reuters und andere Medien berichteten in diesen Tagen, dass Staaten zwar zeitlich befristet teilnehmen können, ein dauerhafter Sitz aber an eine Zahlung von mindestens einer Milliarde US-Dollar geknüpft sein soll. Ein Preisschild für den Weltfrieden. Und selbst wenn man das als „Finanzierung“ verkauft: Es fühlt sich an wie ein Eintrittsticket in eine exklusive Loge, von der aus man mitreden darf, wenn es um Krieg und Frieden geht.

Mich lässt das nicht kalt, weil ich dabei automatisch an das Grundmuster denke, das sich so oft wiederholt: Wer viel Kapital hat, bekommt Einfluss. Und wer wenig hat, bleibt Zuschauer – oder wird zur Spielfigur.

Zwischen Hoffnung und Überforderung

Ich merke, wie sehr mich diese globalen Ereignisse momentan überfordern, und ich kann sie noch gar nicht richtig einordnen. Während in Davos über Milliardenbeträge und Posten verhandelt wird, schmerzt mich der Gedanke an das reale Leid in der Ukraine – an die Menschen, die in der Kälte ausharren, und an die unendliche Not, die kein Ende zu nehmen scheint. Gleichzeitig keimt in mir die leise Hoffnung, dass dieser Friedensrat vielleicht doch einen Funken Positives bewirken kann, etwa im Gazastreifen, damit die Hamas endlich entwaffnet wird und dort Ruhe einkehrt. Es ist ein ständiger innerer Kampf zwischen Misstrauen und der Sehnsucht nach Lösungen.

Ich habe einmal den Satz gelesen, dass man nicht den Anfang einer Sache betrachten soll, um über ihren Erfolg zu urteilen. Der Friedensrat wurde mit großen Worten und viel Pathos gegründet, aber was werden die tatsächlichen Ergebnisse sein? Wird er wirklich den Notleidenden dieser Welt helfen, oder dient er am Ende doch nur dazu, die Taschen einzelner Wirtschaftsbosse noch weiter zu füllen? Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als abzuwarten und genau hinzusehen. Doch diese Geduld aufzubringen, während die Welt um uns herum so fragil wirkt, fällt mir unendlich schwer.

Was passiert, wenn Frieden zur Ware wird

Vielleicht ist das der Punkt, an dem ich innerlich hinter den Vorhang gehe und mich frage: Was macht das mit mir? Ich merke, wie schnell ich hart werde, wie schnell Misstrauen wächst. Und ich merke auch, wie gefährlich es ist, wenn man nur noch zynisch wird – weil man dann irgendwann gar nichts mehr erwartet und auch nichts mehr fordert.

Und trotzdem bleibt für mich diese eine Linie: Frieden ist etwas so Grundmenschliches, dass ich es nicht ertrage, wenn er wie ein Prestigeprojekt behandelt wird. Wenn Frieden eine Bühne bekommt, auf der sich die Mächtigen gegenseitig auf die Schulter klopfen, während in den Ruinen Menschen um Wärme, Sicherheit und Würde kämpfen, dann stimmt etwas nicht. Und dann muss man hinschauen. Nicht, weil man alles besser weiß, sondern weil Wegsehen immer der Anfang vom nächsten Absturz ist.

Was denkst Du über diese Entwicklungen rund um Davos und das „Board of Peace“? Glaubst Du, dass so ein Gremium echte Veränderungen bringen kann, oder macht Dich die Idee eines „Preisschilds für Einfluss“ genauso misstrauisch wie mich? Schreib mir Deine Gedanken gern in die Kommentare.

Euer Schimon

Bild: Symbolbild


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Peter Winkler ist Aquaponiker, Coach und Blogger. Sein theologisches Studium war die Basis für eine langjährige Tätigkeit in der sozialen Arbeit. Seit 2012 beschäftigt er sich mit der Aquaponik. Durch seine Expertise entstanden mehrere Produktionsanlagen im In.- und Ausland. Mit dem Blog "Schimons Welt" möchte er die Themen teilen, die ihn bewegen und damit einen Beitrag für eine bessere Welt leisten.

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