Tagesimpuls: Allein am gedeckten Tisch – Warum Selbstachtung beim Essen beginnt
Montagabend. Die Wohnungstür fällt ins Schloss, es ist still und der Tag sitzt dir noch schwer in den Knochen. Der Kopf ist voll von Absprachen, Deadlines und Todo-Listen, die du heute abgearbeitet hast. Niemand sitzt am Tisch, für den du kochen müsstest. Keine Familie wartet hungrig auf etwas Warmes, kein Kollege schaut dir über die Schulter. Genau in dieser Leere meldet sich fast automatisch dieser alte Satz: Für mich allein lohnt sich das Kochen doch gar nicht. Also isst du das Brot wieder im Stehen am Küchentresen, das Smartphone in der anderen Hand, um noch schnell die neuesten Mails zu überfliegen. Oder es gibt irgendein aufgewärmtes Fertigessen auf dem Sofa, bloß weil es schnell geht. Den ganzen Tag über trägst du Verantwortung für andere, triffst kluge Entscheidungen und hältst den Laden am Laufen. Aber sobald du die Tür hinter dir schließt, behandelst du dich selbst, als wärst du nur noch ein lästiger Restposten, der irgendwie satt werden muss. Wie du isst, wenn absolut niemand zusieht, sagt ziemlich viel darüber aus, wie viel du dir selbst eigentlich wert bist. Es braucht am Montagabend kein großes Menü und keine Festtafel. Es reicht die kleine, ehrliche Botschaft: Ich setze mich hin und genieße etwas Gutes. Nimm dir heute Abend eine Viertelstunde Zeit für dich. Hol einen vernünftigen Teller aus dem Schrank, mach dir etwas Frisches warm, und sei es nur eine schnelle Suppe oder ein schlichtes Rührei mit Schnittlauch. Leg das Smartphone außer Reichweite, stell beide Füße fest auf den Boden und iss in aller Ruhe.
Wie gehst du mit dir um, wenn du abends ganz allein bist: Kochst du dir etwas Richtiges oder speist du dich im Stehen ab? Schreib es mir gerne direkt in die Kommentare.
Euer Schimon
Bild: Symbolbild / KI-generiert
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