Mein Blick

Energiewende ohne Industriewende: Warum unsere Strompreise zum Sargnagel für den Mittelstand werden

Es gibt Themen in diesem Land, die sind derart ideologisch vermint, dass man sich kaum traut, sie anzusprechen, ohne sofort in eine bestimmte Schublade gesteckt zu werden. Die Energiepolitik gehört zweifellos dazu. Wir reden hier nicht über ein paar Cent mehr auf der Stromrechnung für den Privathaushalt, sondern über das Fundament, auf dem unser gesamter Wohlstand ruht. Wer sich heute anschaut, wie wir unsere industrielle Basis – unsere Chemie, unseren Stahl, unseren Maschinenbau – mit Energiekosten malträtiert, die im internationalen Vergleich weit abgeschlagen sind, der muss sich fragen, ob wir den Verstand verloren haben. Wir hängen an einem Tropf, der nicht nur unbezahlbar ist, sondern uns schleichend die Wettbewerbsfähigkeit raubt, und anstatt die Notbremse zu ziehen, verstricken wir uns in immer komplexeren staatlichen Subventionsmodellen, die am Ende wieder der Steuerzahler finanzieren darf.

Wenn ich von Wettbewerbsfähigkeit spreche, dann meine ich keine abstrakten Zahlen aus irgendeinem Ministerium, sondern den konkreten Handwerksbetrieb vor Ort, den mittelständischen Zulieferer, der heute schon zweimal überlegen muss, ob er die Maschinen am nächsten Tag noch voll hochfährt oder die Produktion lieber gleich ins Ausland verlagert. Unser Modell, das über Jahrzehnte den Wohlstand dieses Landes garantiert hat, basierte auf bezahlbarer Energie und technologischem Vorsprung. Beides geben wir gerade leichtfertig aus der Hand. Wir setzen auf eine Energiepolitik, die den Staat zum Mikromanager unserer Produktion macht, anstatt klare, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Unternehmen technologieoffen entscheiden können, wie sie effizient und klimaschonend produzieren. Es ist ein fatales Signal, wenn Betriebe den Standort Deutschland nicht verlassen, weil sie es nicht wollen, sondern weil sie es unter den gegebenen Kostenstrukturen schlicht nicht mehr anders können.

Dabei gäbe es Wege, dieses Feld neu zu bestellen, wenn wir bereit wären, die ideologischen Scheuklappen endlich abzulegen. Wir müssen weg von der kleinteiligen, subventionsgesteuerten Energiepolitik hin zu einer Strategie, die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit als oberste Priorität begreift. Das bedeutet im Klartext: Wir müssen die staatlich veranlassten Energiepreisbestandteile – die Steuern, die Abgaben, die Netzentgelte – auf ein europäisches Durchschnittsniveau drücken, damit unsere Betriebe überhaupt eine Chance haben, international mitzuhalten. Wir brauchen eine Infrastruktur, die funktioniert und die nicht durch ewige Genehmigungsverfahren und Widerstände blockiert wird. Und vor allem brauchen wir das Vertrauen in die Innovationskraft unserer Ingenieure und Unternehmer: Gebt ihnen den Raum, technologieoffen an Lösungen zu arbeiten, anstatt ihnen in jeder Phase der Produktion staatliche Vorgaben zu machen, die am Ende nur den bürokratischen Apparat aufblähen.

Es ist Zeit, dass wir aufhören, die Industrie für den Klimaschutz in die Zange zu nehmen, sondern sie zum Motor einer intelligenten Energiewende machen. Wir brauchen eine Energiepolitik, die nicht das Ziel aus den Augen verliert, unser Land als Industriestandort zu erhalten, anstatt ihn als Experimentierfeld für politische Ideologien zu opfern. Wir haben hier die schlausten Köpfe, die fleißigsten Hände und die besten Voraussetzungen, um die Transformation zu meistern – wenn man uns nur lässt und endlich aufhört, uns mit immer neuen Fesseln am Weiterkommen zu hindern.

Wie siehst Du das: Geht der aktuelle Kurs bei der Energiepolitik direkt in Richtung Deindustrialisierung, oder siehst Du in den aktuellen Maßnahmen die notwendige Kraftanstrengung für die Zukunft? Schreib mir Deine Meinung dazu in die Kommentare.

Euer Schimon

Bild: Symbolbild, KI-generiert


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