Magazin

Hier im Magazin sammle ich all die Facetten meines Lebens, die abseits der vier großen Hauptsäulen stattfinden. Es ist mein persönlicher Freiraum für historische Recherchen im täglichen Kalenderblatt, tiefgründige Gedanken zum Judentum, meine Leidenschaft für die Kulinarik und ganz private Einblicke in meinen Alltag. Dieses lebendige Archiv lädt Dich ein, den Blick über den Tellerrand zu weiten und mich bei den Themen und Projekten zu begleiten, die mich als Mensch ganz persönlich bewegen und ausmachen.

  • Antisemitismus

    Wenn der Hass die Haustüre erreicht: Der Brandanschlag auf Andreas Büttner

    Dieser Artikel setzt sich intensiv mit dem feigen Brandanschlag auf den Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner auseinander. Ausgehend von dem bedrohlichen Symbol des roten Hamas-Dreiecks an Büttners Haus beschreibt Schimon die erschreckende Eskalation von Judenhass und Einschüchterung in Deutschland. Der Text ist ein flammendes Plädoyer gegen das Wegsehen, zieht Parallelen zu den dunkelsten Kapiteln der Geschichte und fordert eine wehrhafte Demokratie, die nicht nur mit Worten, sondern mit der vollen Härte des Gesetzes gegen Antisemitismus vorgeht.

  • Kalenderblatt

    06.01.1933 – Schicksalswahl in Lippe und das Geheimtreffen Hitlers bei Bankier Schröder

    Dieser Artikel nimmt Dich mit zurück zum 6. Januar 1933 und blickt hinter die Fassade der Berliner Volks-Zeitung. Während die Schlagzeilen von politischer Gewalt in Breslau und einem bizarren Wahlkampf im winzigen Freistaat Lippe berichten, blieb das entscheidende Ereignis für die Leser damals unsichtbar: Das Geheimtreffen zwischen Hitler und Franz von Papen im Haus des Bankiers Schröder. Ich analysiere, wie die „Hochfinanz“ die bankrotte NSDAP rettete und damit die Materialschlacht ermöglichte, die den Untergang der Republik einläutete – während sich die Menschen in Berichte über Briefmarkensammlungen und Kinokomödien flüchteten.

  • Kalenderblatt

    05.01.1933 – „Nur nicht drängeln“ – Hitlers taktisches Warten und das Flammeninferno auf der „Atlantique“

    Wenn ich mir heute das vergilbte Blatt der „Deutschen Tageszeitung“ vom 5. Januar 1933 ansehe, dann spüre ich ein ganz merkwürdiges Kribbeln im Nacken. Es ist dieses Wissen um das, was nur wenige Wochen später kommen wird, während die Menschen damals noch im Dunkeln tappten. Das Leitthema, das mich heute am meisten fesselt, ist die fast schon gespenstische Ruhe im Reichstag. Unter der bissigen Überschrift „Nur nicht drängeln!“ verspottet der Kommentator die Nationalsozialisten und ihre aktuelle Taktik. Es ist faszinierend zu sehen, wie die NSDAP, die sonst so lautstark gegen die Regierung von Schleicher poltert, im Parlament plötzlich ganz kleine Brötchen backt. Man hatte mit einem sofortigen Angriff gerechnet, mit…

  • Kalenderblatt

    04.01.1933 – Der Fall Professor Cohn, der Skandal um Gut Neudeck und das bittere Elend der Primitivsiedler

    Wenn ich heute die Morgenausgabe der „Vossischen Zeitung“ vom 4. Januar 1933 aufschlage, spüre ich sofort diesen bleiernen Stillstand, der über dem Land liegt. Während ganz Deutschland gebannt auf die winzige Landtagswahl in Lippe-Detmold starrt, die wie ein unheilvolles Barometer für die Macht der Nationalsozialisten über dem Reich schwebt, vollzieht sich an den Universitäten bereits der offene Bruch mit der Zivilisation. Besonders tief bewegt mich der „Fall Professor Cohn“, über den die Zeitung unter der Schlagzeile der „Breslau-Aussprache“ berichtet. Es ist herzzerreißend zu lesen, wie die akademische Freiheit, die wir heute so oft als selbstverständlich erachten, damals unter den Stiefeln radikalisierter Studenten zerbrach. Der jüdische Rechtsgelehrte Cohn konnte seine Vorlesungen…

  • Kalenderblatt

    Zu allem Großen ist der erste Schritt Mut: Mein Kalenderblatt-Marathon beginnt

    Ich sitze hier, schaue auf diesen Kalender, den ich zu Weihnachten bekommen habe, und irgendwie fühlt sich dieses erste Blatt an wie ein kleiner Spiegel. Erste Woche im Jahr, erstes Zitat, und dann ausgerechnet Goethe: „Zu allem Großen ist der erste Schritt Mut.“ Und ich merke sofort, wie sehr das trifft. Nicht so ein weichgespülter Spruch, den man einmal liest und dann weiterblättert, sondern etwas, das einem direkt in die Rippen piekst. Weil es genau da landet, wo es wehtut: beim Anfang. Denn die erste Herausforderung in so einem neuen Jahr ist ja selten der Plan. Pläne kann ich gut. Listen, Ideen, schöne Gedanken, Vorsätze, das alles ist schnell aufgeschrieben.…

  • Kalenderblatt

    03.01.1933 – Die SA-Meuterei in Kassel, das perfide System der „weggelogenen Morde“ und das soziale Elend Berlins

    Wenn ich heute die Zeilen der Berliner Morgen-Zeitung vom 3. Januar 1933 lese, überkommt mich ein beklemmendes Gefühl der Aktualität, das weit über die bloße historische Dokumentation hinausgeht. Besonders der Leitartikel auf Seite zwei, der sich mit den „weggelogenen Morden“ befasst, hat mich tief bewegt und zum Nachdenken gebracht. Die Zeitung entlarvt dort mit messerscharfer Präzision das „schlechte Nazi-Gewissen“ und die Strategie eines Joseph Goebbels, der bereits damals ein wahrer Meister der Propaganda war. Es ist erschütternd zu sehen, wie die NSDAP versuchte, den Mord an dem Arbeiter Müller im schlesischen Neurode einfach umzudeuten. Weil sie die Tat nicht leugnen konnten, erfanden sie die Geschichte, dass die „Marxisten“ ihre eigenen…

  • Schimon

    Mamdani, der Koran und ein symbolträchtiger Amtsantritt in New York

    Als Zohran Mamdani sein Amt als Bürgermeister von New York City antritt, ist das mehr als ein lokaler Machtwechsel. New York ist ein Symbol. Für Vielfalt. Für Widerspruch. Und für die größte jüdische Gemeinschaft außerhalb Israels. Genau dort setzt mein Unbehagen an – nicht aus Reflex, sondern aus Beobachtung. Zohran Mamdani hat den Wahlkampf mit klaren, harten Positionen geführt. Er wollte sich vom Slogan „Globalize the Intifada“ nicht eindeutig distanzieren. Den Krieg in Gaza bezeichnete er als „Genozid“. Gleichzeitig betonte er, Bürgermeister aller New Yorker sein zu wollen. Dass dennoch rund ein Drittel der jüdischen Wähler ihm ihre Stimme gab, zeigt, wie vielfältig diese Community ist – und wie sehr…

  • Kalenderblatt

    02.01.1933 – Blutige Silvesternacht, die Krise der NSDAP und Schleichers fatale Taktik

    Wenn ich heute die vergilbten Seiten der Berliner Volks-Zeitung vom 2. Januar 1933 lese, dann sehe ich eine Welt, die aus den Fugen geraten ist. Während die Berliner Hausfrauen in den Kaufhäusern nach Schnäppchen im Winterschlussverkauf stöberten und die Sportseiten über die Schlappe der Nationalelf in Italien jammerten, floss auf den Straßen bereits das Blut. Es war das Ende des sogenannten Burgfriedens, jener kurzen Atempause über die Feiertage, und Berlin erwachte in einer Realität aus Schießereien und politischem Mord. Ich frage mich oft, was in den Köpfen der Menschen vorging, die zwischen dem „Füllfederkönig“ in Wien und den Berichten über tote Polizisten hin- und herblätterten. Man versuchte, eine Normalität aufrechtzuerhalten,…

  • Kalenderblatt

    01.01.1933 – Warnung vor dem Faschismus, Ruf nach dem autoritären Staat und die verzweifelte Hoffnung auf Arbeit

    Ich sitze hier an meinem Schreibtisch, draußen bereitet sich die Welt auf den Jahreswechsel 2025/2026 vor, doch meine Gedanken sind ganz woanders. Vor mir liegen die digitalisierten Seiten der Berliner Morgen-Zeitung und der Täglichen Rundschau vom Neujahrstag 1933. Es ist ein merkwürdiges, fast unheimliches Gefühl, in diese Zeit einzutauchen, während das eigene Leben im Hier und Jetzt stattfindet. Wenn ich diese Zeilen lese, spüre ich viele beklemmende Parallelen, so eine Art historisches Echo, das mich frösteln lässt. Wir schauen heute oft mit einer gewissen Überlegenheit zurück, im Wissen um alles, was danach geschah, aber wenn man so tief in die Quellen eintaucht wie ich gerade, dann erkennt man, dass die…

  • Kalenderblatt

    31.12.1932 – Adolf Hitler, der gefährliche Okkultismus und die Rolle des Hellsehers Hanussen

    Es ist der letzte Tag eines Schicksalsjahres, und wenn ich mir vorstelle, wie die Menschen in Berlin an diesem Silvesterabend 1932 gefeiert haben, überkommt mich ein beklemmendes Gefühl. Während der Sekt floss und man sich ein frohes neues Jahr wünschte, ahnte kaum jemand, dass die Welt, wie sie sie kannten, nur noch vier Wochen existieren würde. In den Redaktionen der großen Zeitungen, wie der Berliner Volks-Zeitung, herrschte eine fast schon übermütige Stimmung gegenüber den Nationalsozialisten. Man lachte über Adolf Hitler. Er galt als politisch erledigt, seine Partei war nach den Verlusten der letzten Wahlen finanziell ruiniert und innerlich zerstritten. Doch was mich heute so tief bewegt, ist die Tatsache, dass…