Mein Blick
Mein Blick ist der Ort, an dem das landet, was mich nicht loslässt. Gedanken, Beobachtungen und Einordnungen zu dem, was auf der Welt passiert – politisch, gesellschaftlich, menschlich. Oft beginne ich bei etwas, das draußen laut ist, widersprüchlich oder schwer auszuhalten. Und dann schaue ich darauf, was das mit mir macht, wo es mich verunsichert, wütend macht oder zum Nachdenken zwingt. Ich schreibe diese Texte nicht, weil ich Antworten habe oder erklären möchte, wie man die Dinge richtig sieht. Sondern weil ich selbst versuche, hinzusehen, Zusammenhänge zu verstehen und ehrlich mit mir zu bleiben. Manches bleibt offen, manches widersprüchlich. Das halte ich aus. Mein Blick ist kein Nachrichtenstrom und kein Meinungsportal. Es ist ein persönlicher Zugang zur Welt, wie ich sie wahrnehme – mit all ihren Brüchen, Ungerechtigkeiten und Wiederholungen. Wenn diese Texte dazu beitragen, dass jemand einen Moment innehält, anders hinschaut oder einen Gedanken mitnimmt, dann haben sie ihren Sinn erfüllt.
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Versagen wir als Gesellschaft? Warum unsere Bildungslücke das Land zerreißt
Habt ihr euch in letzter Zeit auch mal gefragt, wann wir eigentlich verlernt haben, vernünftig miteinander zu reden? Wenn ich mir die aktuellen Nachrichten anschaue, sehe ich ein Land, das unter Hochspannung steht. Eine aktuelle Forsa-Umfrage bestätigt das jetzt schwarz auf weiß: 88 % von uns haben mittlerweile richtig Angst vor den wachsenden Spannungen in unserer Gesellschaft. Und wisst ihr, was das Beunruhigende ist? Mit 90 % wird das Problem im Bildungssystem sogar als noch größere Gefahr für unsere Zukunft wahrgenommen. Aber hängen diese beiden Dinge nicht untrennbar zusammen? Ich sitze hier und denke an meine vielen Jahre in der sozialen Arbeit mit Jugendlichen zurück. Da wird mir eines bewusst:…
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Trump wirft Kanada aus dem „Friedensrat“ – und ich merke, wie viel Macht sich Trump angehäuft hat
Als ich diese Meldung las, spürte ich sofort dieses unangenehme Ziehen in der Magengegend, diesen kalten Hauch von Kontrollverlust. Es ist die Erkenntnis, wie Donald Trump Politik versteht: nicht als mühsamen Prozess der Diplomatie, sondern als reine Bühne. In Davos wird ein „Friedensrat“ präsentiert, nur um wenige Stunden später Kanada per Truth-Social-Post wieder auszuladen, weil Mark Carney es wagte, in seiner Rede eine Gegenposition zu beziehen. Das ist kein politisches Handeln im klassischen Sinne, es ist eine nackte Machtdemonstration, die eine klare Botschaft sendet: Wer widerspricht, fliegt raus. Genau diese Willkür macht die Geschichte für mich so brisant. Trump nennt das Konstrukt „Board of Peace“, als wäre der Name allein…
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Milliarden für den Frieden? Davos, Macht und die eisige Realität des Krieges
In den letzten Tagen habe ich die Bilder und Meldungen aus Davos verfolgt, und es hat sich dieses beklemmende Gefühl in mir ausgebreitet, das ich nur schwer abschütteln kann. Auf dieser Bühne, wo Mächtige reden, lächeln, verhandeln und sich gegenseitig versichern, wie wichtig Stabilität und Frieden seien, wirkt der Krieg plötzlich wie etwas, das man mit den richtigen Worten und den richtigen Deals in den Griff bekommt. Und genau in diese Kulisse hinein hat Präsident Trump beim Weltwirtschaftsforum die Gründung seines sogenannten „Board of Peace“ inszeniert – ein Friedensgremium, das globale Konflikte lösen soll, unter seinem Vorsitz. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr bleibt mir dieser eine Punkt im…