Mentale Resilienz & Alltagspsychologie

Wenn die offene Spülmaschine das Fass zum Überlaufen bringt

Tagesimpuls: Sonntagabend, der Tisch ist abgeräumt, und plötzlich reicht eine halb offene Spülmaschinentür oder ein unordentlich abgestellter Teller, damit dir innerlich oder lautstark die Sicherung durchbrennt. Du stehst in der Küche, starrst auf die Unordnung und merkst, wie eine Wut in dir hochkocht, die in keinem Verhältnis zu diesem bisschen Geschirr steht. In solchen Momenten geht es nie um Teller, Tassen oder Krümel auf der Arbeitsplatte. Es geht darum, dass dein Kopf raucht und deine Batterie schlichtweg bei null Prozent steht. Die Spülmaschine ist nicht das Problem, sie ist nur der Tropfen, der das übervolle Fass zum Überlaufen bringt. Wenn wir den ganzen Tag oder die ganze Woche wie ferngesteuert funktionieren, Termine jonglieren, Erwartungen erfüllen und niemanden enttäuschen wollen, schlucken wir jede kleine Überforderung einfach runter. Wir deckeln den Druck, bis das Nervensystem auf Alarm steht und jede Nichtigkeit als Bedrohung einstuft. 

Der Ausbruch am Küchentisch verkörpert in Wahrheit keinen bloßen Zorn, sondern stellt einen leisen Hilferuf deiner völlig überreizten Seele dar. Du bist nicht bösartig oder ungeduldig, du bist einfach erschöpft. Statt dich danach mit Vorwürfen abzuspeisen oder dich für deinen Ausraster zu verurteilen, nimm den Auslöser als Weckruf. Nimm dir einen kurzen Augenblick zum Durchatmen, lass den Geschirrspüler einfach unangetastet stehen und gönn dir zehn Minuten Ruhe mit einer Tasse Tee am geöffneten Fenster. Selbst wenn es heute Abend lediglich ein kleiner Moment des Innehaltens ist, an dem keinerlei Leistung oder Aufräumen von dir verlangt wird. 

Kennst du diese Momente, in denen dich eine absolute Kleinigkeit völlig aus der Fassung bringt, und was war dein jüngster Auslöser dafür? Schreib mir deine Erfahrungen gerne direkt in die Kommentare.

Euer Schimon

Bild: Symbolbild / KI-generiert


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