Unsere Welt von morgen

Das Sterben der Höfe: Die Trockenheit setzt der Landwirtschaft extrem zu

Wenn ich nachmittags vor meinen Lehrgangsteilnehmern im Lehrsaal stehe oder mich in einem Coaching-Gespräch befinde, dann ist das Büro oft schon so aufgeheizt, dass uns allen der Schweiß auf der Stirn steht. Es ist in diesen Tagen ein harter Kampf, die Konzentration aufrechtzuerhalten, und abends bin ich dann einfach nur noch erschlagen. Doch wenn ich sehe, wie andere Berufsstände in dieser unbarmherzigen Hitze kämpfen müssen, dann schäme ich mich fast ein wenig für mein Klagen. Besonders die Landwirtschaft leidet derzeit extrem. Der Boden ist ausgetrocknet, die Wiesen sind statt saftig grün nur noch eine Ansammlung aus braunen, vertrockneten Halmen. Die Gräser stellen ihr Wachstum fast komplett ein, was für viele Landwirte ein finanzielles Desaster bedeutet.

Manches hat sich in diesem Sommer drastisch zugespitzt. Die Heuernte fällt in vielen Regionen nahezu aus, die Futterreserven aus den vergangenen Jahren sind vielerorts aufgebraucht und der Zukauf von Futter ist teuer, weil es im gesamten süddeutschen Raum kaum noch etwas gibt. Das ist existenzbedrohend. Auch beim Mais sieht es nicht besser aus. Die Erträge werden weit unter dem Durchschnitt liegen. Es ist eine Spirale der Sorgen, die sich da gerade dreht, während wir hier in den Büros nur über die Hitze jammern.

Dabei gäbe es Ansätze, die wir schon lange verfolgen könnten. Weizengras wäre beispielsweise eine fantastische Lösung, da es ganzjährig als frisches Grünfutter genutzt werden kann, was die Abhängigkeit von wetterabhängigen Ernten mindern würde. Ich habe mich in den letzten vierzehn Jahren intensiv mit Aquaponik beschäftigt und weiß, wie viel Potenzial in solchen Systemen steckt. Israel zeigt uns mit der Tröpfchenbewässerung eindrucksvoll, wie man Wasser effizient einsetzt. Doch statt von solchen Vorbildern zu lernen, bewässern unsere Gemüsebauern teilweise immer noch am hellerlichten Nachmittag bei praller Sonne über die Luft. Das ist, als würde man bei einer Wüste versuchen, sie mit einem zerlöcherten Eimer zu gießen.

Wir müssen als Verbraucher endlich aufwachen. Warum müssen Produkte wie Avocados, die enorme Mengen an kostbarem Wasser verschlingen, billig sein, während wir die Landwirtschaft vor unserer Haustür an die Wand fahren lassen? Wir haben es in der Hand, durch unser Kaufverhalten Hitze resistente Sorten zu fördern und Wasserverschwendung nicht mehr länger hinzunehmen. Wir können nicht länger weitermachen nach dem Motto, nach mir die Sintflut, während unsere Landwirte um ihre Existenz bangen.

Wie siehst du die Zukunft unserer Landwirtschaft und bist du bereit, bei deinem nächsten Einkauf die Konsequenzen für den Wasserverbrauch deutlicher zu ziehen? Schreib deine Meinung dazu in die Kommentare.

Euer Schimon

Bild: Symbolbild, KI generiert


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