Schimon

Liebe Annalena Baerbock: Warum Deine Worte den Iranern ins Gesicht schlagen

Liebe Annalena,

gestern saß ich fassungslos an meinem Schreibtisch, als ich dein schriftliches Statement im Namen der Vereinten Nationen gelesen habe. Als Präsidentin der UN-Vollversammlung hast du dort den Angriff auf den Iran aufs Schärfste verurteilt, auf die UN-Charta gepocht und von einer klaren Verletzung des Völkerrechts gesprochen. Für mich ist diese Haltung nichts anderes als eine Schande, und ich kann dazu nicht mehr schweigen.

Schon während deiner Zeit als Bundesaußenministerin hatte ich den Eindruck, dass du das Amt nicht mit der nötigen Weitsicht führst. Dass du nun an die Spitze der Weltgemeinschaft berufen wurdest und wir Steuerzahler weiterhin dein Gehalt finanzieren, damit du dich dort erhebst, um über die Geschehnisse im Iran zu urteilen, macht mich fassungslos. Du nimmst eine moralische Position ein, die die Realität der Menschen vor Ort völlig verkennt.

Was mich zutiefst verärgert, ist deine selektive Wahrnehmung. Wo war dein lautstarker Aufschrei, als das Mullah-Regime die eigene Bevölkerung auf brutalste Weise abgeschlachtet hat? Wo war die konsequente Verurteilung, während dieses Regime in der gesamten Region Terror verbreitet hat? Es ist dasselbe Regime, das Israel massiv beschossen hat und durch Waffen und Finanzen maßgeblich am Grauen des 7. Oktobers beteiligt war, als die Hamas Israel überfiel. All die Terrorgruppen, die von den Mullahs bis heute unterstützt werden, scheinen in deiner völkerrechtlichen Bewertung kaum ein Gewicht zu haben.

Die Menschen im Iran werden seit Jahrzehnten unterdrückt, gequält und ermordet. Und jetzt, wo die Chance besteht, dass dieses leidende Volk endlich befreit wird, trittst du als UN-Präsidentin vor die Weltöffentlichkeit und kritisierst diesen Prozess als völkerrechtswidrig? Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Iraner, der nach Freiheit dürstet. Dass die UNO eine solche Bühne für diese Verdrehung der Tatsachen bietet, ist ein Armutszeugnis. Es ist Zeit, dass du erkennst, dass wahre Menschlichkeit bedeutet, sich an die Seite der Unterdrückten zu stellen – und nicht die Strukturen zu schützen, die das Leid erst verursachen.

Dein Schimon


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Peter Winkler ist Aquaponiker, Coach und Blogger. Sein theologisches Studium war die Basis für eine langjährige Tätigkeit in der sozialen Arbeit. Seit 2012 beschäftigt er sich mit der Aquaponik. Durch seine Expertise entstanden mehrere Produktionsanlagen im In.- und Ausland. Mit dem Blog "Schimons Welt" möchte er die Themen teilen, die ihn bewegen und damit einen Beitrag für eine bessere Welt leisten.

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