Mentale Resilienz & Alltagspsychologie

Die unsichtbare Mauer: In einem Team ist das Gefühl der Einsamkeit beängstigend

Es ist ein seltsames Gefühl, in einem Raum voller Menschen zu sitzen, die dich anlächeln, die mit dir arbeiten, die vielleicht sogar deine Freunde sind, und trotzdem spürst du eine Barriere, die du selbst nicht greifen kannst. Wir feiern das Teamgefühl, wir reden über gemeinsame Ziele und wir pushen uns gegenseitig, doch wenn der Arbeitstag endet und die Stille einkehrt, bleibt da dieser eine Bereich, den niemand anderes betreten kann. Es ist der Bereich jener existentiellen Selbstzweifel und der ungeschönten, persönlichen Verantwortung für unsere Entscheidungen, die wir so im Kollektiv niemals teilen können. Während wir im Team den Fokus auf das gemeinsame Ergebnis legen, ruht in diesem privaten Bereich die Last der eigenen Integrität. Es ist der Ort, an dem wir uns die Fragen stellen müssen, ob unser Handeln mit unseren inneren Werten übereinstimmt, wenn niemand zuschaut und niemand applaudiert. Ich kenne diesen Zustand nur zu gut aus meinen täglichen Coachings. Wir sitzen da, wir analysieren, wir suchen nach Lösungen für andere, aber wer fragt nach dem, was tief unter der Oberfläche schwelt, in jenem geheimen Garten der Sorgen, den jeder von uns akribisch pflegt?

Vielleicht ist es die Angst, die Illusion des Funktionierens zu zerstören, die uns verstummen lässt. Wir fürchten, dass die anderen uns als schwach wahrnehmen könnten, wenn wir zugeben, dass uns eine Entscheidung nicht nur fachlich, sondern auch persönlich bis ins Mark erschüttert. Dabei ist es genau diese Verletzlichkeit, die uns erst wirklich menschlich macht. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass wir unsere inneren Kämpfe im Kollektiv auflösen können. Eine Gruppe kann den Weg ebnen, sie kann trösten und unterstützen, aber das letzte Stück des Weges, die finale Entscheidung darüber, ob wir mit uns selbst im Reinen sind, müssen wir immer allein gehen. Es ist ein einsamer Prozess, der zu unserer Existenz dazugehört.

Es ist Zeit, dass wir aufhören, uns über dieses Alleinsein im Kopf zu definieren, sondern es als notwendigen Teil unserer Identität begreifen. Dass wir an der Seite anderer stehen, bedeutet nicht, dass wir unsere eigene Last abgeben. Vielmehr ermöglicht es uns, die Last bewusster zu tragen, weil wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, die dieses Gewicht spüren. Wir teilen die Einsamkeit, indem wir sie akzeptieren. Wer ist der Mensch, bei dem du dich auch in deinen dunkelsten Gedanken völlig verstanden fühlst, ohne dass du ein einziges Wort sagen musst? Schreib mir deine Gedanken dazu in die Kommentare.

Euer Schimon

Bild: Symbolbild / KI-generiert


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