26.02.1969 – Levi Eschkol, der besonnene Architekt Israels und sein Vermächtnis
Der 26. Februar markiert ein wichtiges Datum in der israelischen Geschichte. Heute vor 57 Jahren verstarb Levi Eschkol, der dritte Ministerpräsident des Staates Israel, im Alter von 73 Jahren in Jerusalem. Sein Tod beendete eine Amtszeit, die von grundlegenden Infrastrukturprojekten und weitreichenden außenpolitischen Weichenstellungen geprägt war.
Eschkol verstarb am 26. Februar 1969 in seiner Amtswohnung an den Folgen eines schweren Herzinfarkts. Zeitgenössische Berichte hielten fest, dass er bereits seit 1965 zwei Herzinfarkte erlitten hatte; ein weiterer soll Anfang Februar 1969 gefolgt sein. Da sein Gesundheitszustand zu Lebzeiten nicht öffentlich breit thematisiert wurde, kam die Nachricht seines Ablebens für weite Teile der Öffentlichkeit unerwartet. Nach seinem Tod übernahm Jigal Allon interimistisch die Amtsgeschäfte, bis am 17. März 1969 Golda Meir als offizielle Nachfolgerin vereidigt wurde.
In der historischen Rückschau wird Eschkols Wirken oft mit dem wirtschaftlichen Aufbau des Landes verknüpft. Ein zentrales Projekt seiner Amtszeit war die Fertigstellung des National Water Carrier im Jahr 1964. Trotz regionaler Spannungen und des Widerstands arabischer Nachbarstaaten trieb er dieses Infrastrukturprojekt voran, um die Wasserversorgung aus dem Norden bis in die Negev-Wüste sicherzustellen – eine wesentliche Voraussetzung für die Besiedlung und landwirtschaftliche Nutzung des Südens.
Während der Krise vor dem Sechstagekrieg 1967 setzte Eschkol auf einen diplomatischen Kurs. Er arbeitete darauf hin, die internationale Unterstützung, insbesondere die der USA, zu stärken, bevor militärische Entscheidungen getroffen wurden. In dieser Phase gelang ihm zudem eine innenpolitische Zäsur: Er bildete eine Regierung der nationalen Einheit, in die erstmals das Lager von Menachem Begin eingebunden wurde.
Ein weiterer Eckpfeiler seiner Amtszeit war die Neugestaltung des Verhältnisses zu Deutschland. Unter seiner Führung nahm Israel im Jahr 1965 offizielle diplomatische Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland auf. Trotz der massiven Proteste im Inland und der historischen Last der Schoa sah Eschkol in diesem Schritt eine notwendige Entscheidung für die langfristige Entwicklung Israels.
Levi Eschkol hinterließ ein Land, dessen wirtschaftliche und staatliche Strukturen er über Jahrzehnte in verschiedenen Funktionen maßgeblich mitgestaltet hatte.
Was denkt ihr über Eschkols pragmatischen Kurs, trotz der historischen Last die diplomatische Hand Richtung Deutschland auszustrecken? Ich freue mich auf eure Kommentare.
Euer Schimon
Bild: Levi Eschkol, Ministerpräsident Israels von 1963 bis 1969
Quelle: Dieses Bild stammt aus der Nationalen Fotosammlung Israels
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