• Kalenderblatt

    05.01.1933 – „Nur nicht drängeln“ – Hitlers taktisches Warten und das Flammeninferno auf der „Atlantique“

    Wenn ich mir heute das vergilbte Blatt der „Deutschen Tageszeitung“ vom 5. Januar 1933 ansehe, dann spüre ich ein ganz merkwürdiges Kribbeln im Nacken. Es ist dieses Wissen um das, was nur wenige Wochen später kommen wird, während die Menschen damals noch im Dunkeln tappten. Das Leitthema, das mich heute am meisten fesselt, ist die fast schon gespenstische Ruhe im Reichstag. Unter der bissigen Überschrift „Nur nicht drängeln!“ verspottet der Kommentator die Nationalsozialisten und ihre aktuelle Taktik. Es ist faszinierend zu sehen, wie die NSDAP, die sonst so lautstark gegen die Regierung von Schleicher poltert, im Parlament plötzlich ganz kleine Brötchen backt. Man hatte mit einem sofortigen Angriff gerechnet, mit…

  • Nachrichten

    Nachrichten: Waldzustandsbericht, Marktmacht im Handel und Streit ums Veggie-Verbot

    Der neue Waldzustandsbericht 2025 zeigt deutlich, wie angespannt die Lage in Hessens Wäldern weiterhin ist. Trotz einzelner kleiner Verbesserungen bleibt das Schadniveau hoch, die Trockenperioden der vergangenen Jahre wirken nach, und viele Baumarten stehen unter zunehmendem Druck. Hessens Forstminister Ingmar Jung betont, dass der Waldumbau zu klimaresistenteren Mischwäldern konsequent weitergeführt werden muss – unterstützt durch neue Waldentwicklungsziele, Förderinstrumente und umfangreiche Wiederaufforstungsprogramme. Der Bericht macht klar: Der Wald steht an einem Wendepunkt, und die kommenden Jahrzehnte entscheiden darüber, wie stabil unsere Wälder in Zukunft sein werden. Neben dem Waldzustand geht es heute um die zunehmende Marktkonzentration in der Lebensmittellieferkette, vor der die Monopolkommission warnt. Kleine und mittlere Betriebe geraten immer stärker…

  • Unsere Welt von morgen

    Warum immer mehr kleine Molkereien verschwinden – und was das mit uns allen zu tun hat

    Manchmal sitze ich vor diesen nüchternen Zahlen aus der Landwirtschaft und merke, wie sie in mir etwas auslösen. Nicht wegen der Statistik selbst, sondern wegen der Geschichte, die dahintersteckt. Die aktuellen Daten zur Molkereistruktur in Deutschland sind wieder so ein Beispiel. Offiziell geht es um Produktionsmengen von Konsummilch, Butter, Käse oder Milchpulver. Aber wenn man einen Moment länger hinschaut, erkennt man ein viel größeres Bild – eines, das sich seit Jahrzehnten durch alle Branchen zieht. In den letzten drei Jahren wurden in Deutschland fast 400.000 Tonnen weniger Konsummilch produziert. Acht Molkereien haben die Herstellung eingestellt. Und gleichzeitig wachsen die großen Betriebe weiter, verarbeiten mehr Milch pro Standort und produzieren größere…