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    31.12.1932 – Adolf Hitler, der gefährliche Okkultismus und die Rolle des Hellsehers Hanussen

    Es ist der letzte Tag eines Schicksalsjahres, und wenn ich mir vorstelle, wie die Menschen in Berlin an diesem Silvesterabend 1932 gefeiert haben, überkommt mich ein beklemmendes Gefühl. Während der Sekt floss und man sich ein frohes neues Jahr wünschte, ahnte kaum jemand, dass die Welt, wie sie sie kannten, nur noch vier Wochen existieren würde. In den Redaktionen der großen Zeitungen, wie der Berliner Volks-Zeitung, herrschte eine fast schon übermütige Stimmung gegenüber den Nationalsozialisten. Man lachte über Adolf Hitler. Er galt als politisch erledigt, seine Partei war nach den Verlusten der letzten Wahlen finanziell ruiniert und innerlich zerstritten. Doch was mich heute so tief bewegt, ist die Tatsache, dass…

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    30.12.1932 – Zwischen Silvestervorfreude und dem heroischen Gift der Ablenkung

    Wenn ich heute, im Jahr 2025, durch die digitalisierten Zeitungsarchive von Ende Dezember 1932 blättere, weht mir ein seltsames Gemisch aus Alltäglichkeit und schleichendem Verfall entgegen. Es ist dieser 30. Dezember, ein Tag, an dem die Menschen in Berlin, Breslau oder Senftenberg eigentlich damit beschäftigt sein sollten, den Karpfen für das Silvesteressen vorzubereiten oder sich auf die großen Bälle im Haus Vaterland zu freuen. Die Anzeigen in der Vossischen Zeitung locken mit Pfannkuchen und der Aussicht auf eine glanzvolle Nacht, während in den Kinos Hans Albers im Ufa-Blockbuster „F.P.1 antwortet nicht“ seinen Fliegersong schmettert. Es ist eine Welt, die verzweifelt versucht, so zu tun, als sei alles in Ordnung. Doch…

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    Die Macht der Worte – Wie Sprache unser Denken und die Gesellschaft formt

    Worte sind mächtig. Sie können inspirieren, motivieren oder aber manipulieren und täuschen. Gerade in der politischen Arena werden sie oft als Waffe eingesetzt – gezielt platziert, um Meinungen zu beeinflussen und Realitäten zu formen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die jüngste Aussage von Donald Trump, in der er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als „Diktator ohne Wahlen“ bezeichnete. Diese Behauptung ist nachweislich falsch, entfaltet aber dennoch eine gewaltige Wirkung. Warum? Weil Sprache nicht nur informiert, sondern auch suggeriert, lenkt und in manchen Fällen gezielt verzerrt. Wenn eine Person des öffentlichen Lebens eine Lüge oder eine stark verzerrte Aussage in den Raum stellt, bleibt sie oft haften. Menschen hören es, teilen…