Kulinarik

Vom Ende der Zuckerflut: Meine Reise zurück zum echten Geschmack einer Limonade

Als ich neulich die aktuellen Zahlen zum Zuckerkonsum in Deutschland las, hielt ich kurz den Atem an. Fast 41 Kilogramm Zucker verbrauchen wir im Schnitt pro Kopf im Jahr. Das sind etwa 38 Stück Würfelzucker – jeden einzelnen Tag. Während ich diese Zeilen schreibe, versuche ich mir diesen Berg an weißen Würfeln vorzustellen, der Tag für Tag in unseren Körpern landet, oft versteckt in bunten Flaschen und schillernden Dosen. Besonders bei den Erfrischungsgetränken scheint die Hemmschwelle niedrig zu sein. Wir trinken flüssige Energie, die unser Körper in dieser Form kaum verarbeiten kann, und die Statistiken über Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sprechen eine Sprache, die wir nicht länger ignorieren sollten. Es hat mich tief erschreckt zu sehen, wie sehr wir uns an diesen extremen Überfluss gewöhnt haben, während die Weltgesundheitsorganisation eigentlich nur weniger als die Hälfte dieser Menge empfiehlt.

Selbst gemachte Limonade braucht kein Labor

Doch inmitten dieser ernüchternden Fakten keimte in mir ein Gedanke der Hoffnung und der Tatkraft. Es ist doch eigentlich so einfach, diesen Kreislauf zu durchbrechen, ohne dass wir dabei auf Genuss verzichten müssen. Im Gegenteil: Wahre Gaumenfreude entsteht oft erst dann, wenn wir uns wieder auf das Einfache besinnen und selbst zum Hersteller unserer Getränke werden. Eine selbstgemachte Limonade, angesetzt mit frischer Minze, einer Prise echtem Bio-Rohrzucker oder Honig und dem spritzigen Saft einer Zitrone, bietet ein Geschmackserlebnis, das keine Industrieware jemals erreichen kann. Wenn wir die Kontrolle über die Zutaten zurückgewinnen, entdecken wir eine neue Welt der Aromen. Ein Hauch Ingwer für die Schärfe, ein paar zerdrückte Beeren für die Farbe und die natürliche Süße – das ist Handwerk, das man schmecken kann. Es ist ein Akt der Selbstfürsorge, sich die Zeit zu nehmen, ein Getränk zuzubereiten, das den Körper belebt, statt ihn zu belasten. Wir brauchen keine Zuckersteuer, wenn wir die Freiheit im eigenen Glas neu entdecken.

Der Weg zu deiner ersten eigenen Kreation ist dabei denkbar einfach und beginnt mit einer guten Basis. Du nimmst den Saft von zwei frischen Bio-Zitronen und vermengst ihn in einer Karaffe mit einem Liter kühlem Quellwasser oder sanft perlendem Mineralwasser. Anstatt nun massenweise Zucker hinzuzufügen, kannst du eine dezente Süße erreichen, indem du einen Esslöffel hochwertigen Waldhonig oder Ahornsirup einrührst, bis er sich vollkommen aufgelöst hat. Der Clou für das Aroma sind die frischen Begleiter: Ein paar Zweige Minze oder Zitronenmelisse, die du kurz zwischen den Handflächen klopfst, setzen ihre ätherischen Öle frei und geben dem Wasser eine unglaubliche Tiefe. Wenn du es etwas würziger magst, reibe ein kleines Stück frischen Ingwer hinein oder gib ein paar aufgeschnittene Gurkenscheiben hinzu, die für eine ungeahnte Frische sorgen. Lass diese Mischung eine halbe Stunde im Kühlschrank ziehen, damit sich die Aromen verbinden können, und du wirst merken, dass dein Gaumen die künstliche Überladung der Supermarkt-Limonaden gar nicht vermisst.

Wie gehst du mit der versteckten Süße im Alltag um? Hast du vielleicht ein eigenes Rezept für ein Erfrischungsgetränk, das ganz ohne den industriellen Zuckerberg auskommt? Ich freue mich sehr über deine Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren!

Euer Schimon


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Peter Winkler ist Aquaponiker, Coach und Blogger. Sein theologisches Studium war die Basis für eine langjährige Tätigkeit in der sozialen Arbeit. Seit 2012 beschäftigt er sich mit der Aquaponik. Durch seine Expertise entstanden mehrere Produktionsanlagen im In.- und Ausland. Mit dem Blog "Schimons Welt" möchte er die Themen teilen, die ihn bewegen und damit einen Beitrag für eine bessere Welt leisten.

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