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21.02.1970 – Anschlag auf Swissair-Flug 330: Ein dunkles Kapitel des Nahostkonflikts in Europa

Der 21. Februar markiert einen der schwersten terroristischen Angriffe auf die zivile Luftfahrt mit direktem Bezug zu Israel und der Schweiz. An diesem Tag im Jahr 1970 verübte die palästinensische Terrororganisation PFLP-GC einen Bombenanschlag auf den Swissair-Flug 330, der von Zürich nach Tel Aviv führen sollte. Alle 47 Personen an Bord kamen dabei ums Leben.

Die Maschine vom Typ Convair CV-990 „Coronado“ startete um 13:07 Uhr in Zürich-Kloten. Nur etwa sieben Minuten nach dem Abheben detonierte im hinteren Frachtraum eine Bombe. Die Ermittlungen ergaben später, dass der Sprengsatz in einem Postpaket deponiert war, das über München in die Schweiz gelangt war. Die Täter nutzten einen barometrischen Zünder, der auf Druckunterschiede reagiert und die Explosion auslöste, sobald das Flugzeug eine bestimmte Flughöhe erreichte.

Flugzeugabsturz in Würenlingen (1970) | Flugunfälle in der Schweiz | SRF Archiv

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Obwohl die Besatzung unter Flugkapitän Karl Berlinger unmittelbar versuchte, das beschädigte Flugzeug für eine Notlandung nach Zürich zurückzusteuern, machten Rauch im Cockpit und der Ausfall der Instrumente das Manöver unmöglich. Um 13:34 Uhr stürzte die Maschine in ein Waldgebiet bei Würenlingen im Kanton Aargau. Unter den Opfern befanden sich 15 israelische Staatsbürger sowie Angehörige aus der Schweiz, Deutschland und den USA.

Die PFLP-GC: Ideologie und Hintergrund

Hinter dem Attentat stand die „Volksfront zur Befreiung Palästinas – Generalkommando“ (PFLP-GC). Diese Gruppe hatte sich erst 1968 unter der Führung von Ahmed Jibril, einem ehemaligen Offizier der syrischen Armee, von der ursprünglichen PFLP abgespalten. Während andere palästinensische Fraktionen damals eine marxistische Politisierung anstrebten, setzte die PFLP-GC von Beginn an auf rein militärische Operationen und technische Sabotage.

Die Organisation war eng an das syrische Regime unter Hafiz al-Assad gebunden und fungierte oft als dessen verlängerter Arm. Jibrils Gruppe zeichnete sich durch eine hohe technische Spezialisierung aus – die Verwendung von Luftdruckzündern bei Flugzeugattentaten war zum damaligen Zeitpunkt eine neue, besonders schwer zu entdeckende Taktik des internationalen Terrors. Der Anschlag in der Schweiz war Teil einer koordinierten Serie; am selben Tag explodierte eine weitere Bombe in einer Maschine der Austrian Airlines, die jedoch glimpflich landete.

Trotz intensiver Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft und der Identifizierung mutmaßlicher Drahtzieher kam es nie zu einer Anklage oder Auslieferung der Täter. Diese juristische Lücke und die diplomatische Zurückhaltung der damaligen Zeit sind bis heute Gegenstand kritischer historischer Forschung zum Umgang mit Antisemitismus und Terrorismus in Europa.

Was denkt ihr über die damalige Entscheidung, die Täter nicht strafrechtlich zu verfolgen? War dies eine notwendige diplomatische Vorsicht oder ein fatales Signal gegenüber dem Terrorismus? Schreibt mir eure Meinung dazu gerne in die Kommentare.

Euer Schimon

Bild: Symbolbild


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Peter Winkler ist Aquaponiker, Coach und Blogger. Sein theologisches Studium war die Basis für eine langjährige Tätigkeit in der sozialen Arbeit. Seit 2012 beschäftigt er sich mit der Aquaponik. Durch seine Expertise entstanden mehrere Produktionsanlagen im In.- und Ausland. Mit dem Blog "Schimons Welt" möchte er die Themen teilen, die ihn bewegen und damit einen Beitrag für eine bessere Welt leisten.

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