• Israel

    Israel – Das Erbe des Herodes, die Anerkennung von San Remo und das Recht auf Indigenität

    Es gibt Momente, in denen ich mit einer tiefen Fassungslosigkeit auf die aktuelle Weltlage blicke und mich frage, wie es möglich ist, dass eine so tief verwurzelte Geschichte in der öffentlichen Wahrnehmung so systematisch und geschichtsvergessen umgedeutet werden kann. Wenn ich die hitzigen Diskussionen in den sozialen Medien oder in den Kommentarspalten der großen Zeitungen verfolge, begegnet mir immer wieder das Narrativ vom „siedlerkolonialistischen Projekt“. Es wird so getan, als sei die Errichtung des Staates Israel ein willkürlicher Akt europäischer Mächte gewesen, vergleichbar mit dem britischen Empire in Indien oder den französischen Bestrebungen in Nordafrika. Doch wer sich die Mühe macht, wirklich hinter die Fassade der Schlagworte zu blicken und…

  • Kalenderblatt

    26.12.1932 – Tauwetter in Berlin, der Fememord der SA und die Not der Lebensmitteldiebe

    Es ist ein besonderes Gefühl, wenn wir uns gemeinsam durch diese alten Zeitungsseiten blättern und spüren, wie die Distanz der Jahrzehnte plötzlich schwindet. Wenn du dir vorstellst, wie die Menschen an diesem Montagmorgen im Dezember 1932 die Berliner Morgen-Zeitung aufschlugen, dann siehst du eine Welt, die zwischen festlicher Besinnlichkeit und dem nackten Überlebenskampf zerrissen war. Draußen vor den Fenstern vollzog sich ein radikaler Wetterumschwung, der fast wie eine Metapher für die politische Lage wirkte. Die weiße Pracht, die über die Feiertage ein wenig Reinheit vorgetäuscht hatte, schmolz unter dem einsetzenden Tauwetter dahin und hinterließ nur grauen Matsch auf dem Pflaster. Über 300.000 Berliner, die voller Hoffnung ins Umland aufgebrochen waren,…

  • Unsere Welt von morgen

    Globaler Sojaboom, die ökologische Wahrheit und innovative Wege im Weizenanbau

    In diesen Tagen habe ich mich intensiv mit den neuesten Zahlen zur deutschen Landwirtschaft beschäftigt und bin dabei über eine Statistik gestolpert, die mich gleichermaßen beeindruckt und nachdenklich gestimmt hat. Es geht um die Sojabohne, eine Frucht, die wie kaum eine andere für die globalen Verflechtungen unserer Ernährung steht. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland stolze 131.800 Tonnen Sojabohnen geerntet. Das klingt im ersten Moment nach einer gewaltigen Menge, besonders wenn man bedenkt, dass dies fast das Dreifache dessen ist, was wir noch im Jahr 2016 geerntet haben, als der Anbau erstmals statistisch erfasst wurde. Wenn ich jedoch den Blick weite und auf die globale Ebene schaue, wird mir fast…

  • Kalenderblatt

    25.12.1932 – Aufruf der Reichsregierung und Kampagne gegen Bernhard Weiß

    Ich sitze heute an meinem Schreibtisch und halte eine digitale Kopie des Reichsbote vom 25. Dezember 1932 in den Händen. Wenn ich diese vergilbten Zeilen lese, fühle ich mich wie ein Beobachter, der aus der sicheren Distanz der Gegenwart in eine Epoche blickt, die von tiefster Verunsicherung und gleichzeitigem Hoffen geprägt war. Es ist ein seltsames Gefühl, diese Berichte zu studieren, während ich genau weiß, welche dunklen Jahre auf diesen Winter folgen sollten. Damals kostete die Zeitung gerade einmal zehn Pfennig. Draußen herrschte an diesem ersten Weihnachtsfeiertag ein fast schon frühlingshaftes Wetter, das in krassem Gegensatz zur wirtschaftlichen Kälte im Land stand. In London blühten laut den Meldungen sogar die…

  • Kunst

    Wenn ein Stein zum Leben erwacht: Was uns ein gemeißelter Fuß über das Wunder der Bewegung lehrt

    Der Gang im Krankenhaus war kühl und funktional, geprägt von dem typischen Geruch nach Desinfektionsmitteln und dem rhythmischen Quietschen von Gummisohlen auf dem Linoleum. Ich begleitete meine Frau, und während wir in dieser sterilen Umgebung warteten, schweifte mein Blick umher, auf der Suche nach etwas, das die klinische Strenge durchbrechen könnte. Inmitten dieser Welt aus Diagnosen und Therapien stieß ich plötzlich auf eine kleine Ausstellung von Skulpturen, die so gar nicht in die geschäftige Hektik des medizinischen Betriebs zu passen schienen. Besonders ein Werk fesselte meine Aufmerksamkeit sofort: Ein aus massivem Stein gemeißelter Fuß, der auf einer einfachen Säule ruhte. Es war faszinierend zu beobachten, wie die Kunst hier einen…

  • Schimon

    Das Fest der Tempelweihe, die Erfindung von Weihnachten und meine Rückkehr zu den Wurzeln

    Wenn der kalte Winterwind durch die Gassen von Jerusalem pfeift und die Steinmauern des Tempelbergs in ein graues Licht taucht, fühle ich mich den Berichten des Johannesevangeliums besonders nah. In diesen Zeilen lesen wir von einer Szene, die so schlicht wie bedeutsam ist: Jeschua ging im Tempel auf und ab, in der Halle Salomos, während das Fest der Tempelweihe gefeiert wurde. Es ist faszinierend zu sehen, dass es dort keine prunkvollen Inszenierungen oder komplizierten Liturgien gab, die wir heute mit der Weihnachtszeit verbinden würden. Es war einfach Winter, und Jeschua war dort, wo sein Volk war. Diese Momente der Stille und der klaren Zugehörigkeit sind es, die mich heute beschäftigen,…

  • Kalenderblatt

    24.12.1932 – Zwischen Winterhilfe, Straßengewalt und dem Traum von F.P.1

    Wenn Du heute aus dem Fenster blickst, siehst Du vielleicht einen grauen Himmel, doch an jenem vierundzwanzigsten Dezember des Jahres zweiunddreißig fühlte sich dieses Grau für die Menschen in Deutschland wie eine bleierne Last an. In Norddeutschland setzte ein ungemütliches Tauwetter ein, das kalten Regen über die Straßen Berlins peitschte, während der Süden des Landes in einem trüben Nebel versank, der die weihnachtliche Vorfreude fast zu ersticken drohte. Es war ein Tag der extremen Kontraste, an dem die Hoffnung auf den Weihnachtsfrieden gegen eine bittere soziale Realität ankämpfen musste. In den Zeitungen liest man von sieben Millionen Menschen, die in diesem Jahr auf die Unterstützung der Winterhilfe angewiesen sind, eine…

  • Nachrichten

    Steigende Immobilienpreise in Deutschland: Wohnen war im dritten Quartal 2025 deutlich teurer

    Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im dritten Quartal 2025 erneut gestiegen und markieren damit den vierten Zuwachs in Folge gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung betrifft sowohl die Metropolen als auch die ländlichen Regionen und verschärft die allgemeine finanzielle Belastung der Haushalte. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat die aktuellen Daten zum Hauspreisindex für das dritte Quartal 2025 veröffentlicht und meldet einen durchschnittlichen Preisanstieg von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit setzen die Immobilienpreise ihren Aufwärtstrend konsequent fort, da dies bereits das vierte Mal in Folge ist, dass die Preise im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Auch im direkten Vergleich zum vorangegangenen zweiten Quartal des laufenden Jahres wurde…

  • Stark durchs Leben

    Wenn das Fest der Liebe zur Zerreißprobe wird und wie wir echten Familienfrieden finden

    Es ist jedes Jahr das gleiche Bild in unseren Köpfen und Herzen. Wir sehnen uns nach einer Zeit der Stille, nach glänzenden Kinderaugen und einem harmonischen Miteinander, das uns durch die dunklen Wintertage trägt. Doch kaum brennen die Kerzen und der Duft von Festessen zieht durch das Haus, spüren viele von uns diesen vertrauten Knoten im Magen. Es ist die Angst vor dem Moment, in dem die Stimmung kippt, in dem ein falsches Wort das mühsam errichtete Kartenhaus der Idylle zum Einsturz bringt. Der Streit unter dem Weihnachtsbaum ist längst zu einem traurigen Klassiker geworden, der uns immer wieder vor die Frage stellt, warum ausgerechnet das Fest der Liebe so…

  • Kalenderblatt

    23.12.1932 – Tränen bei Hitler, Freiheit für Ossietzky und der Schrei nach Brot

    Wenn ich mir das vergilbte Blatt der Berliner Volks-Zeitung vom 23. Dezember 1932 ansehe, spüre ich sofort diese beklemmende Mischung aus vorweihnachtlicher Hoffnung und dem harten Aufprall der Realität, die Berlin damals im Griff hatte. Es ist eine Zeit, in der die Republik an allen Ecken und Enden knirscht, und doch gibt es Momente, die mich tief berühren. In den politischen Spalten lesen wir von einer fast schon bühnenreifen Szene, die Otto Strasser bewirkt hat: die sogenannte „Hündchen-Szene“. Nach dem Bruch mit Gregor Strasser soll Hitler vor seinen Getreuen in Tränen ausgebrochen sein, völlig am Ende, während Männer wie Göring und Goebbels mitschluchzten. Es ist ein entlarvender Blick hinter die…