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Netanjahu und Trump in Mar-a-Lago, Gaza am Scheideweg zum Frieden
In diesen letzten Stunden des Jahres 2025, während wir alle den Blick auf den Jahreswechsel richten und uns fragen, was das neue Jahr bringen mag, lastet eine bleierne Schwere über dem Nahen Osten. Das gestrige Treffen zwischen Donald Trump und Benjamin Netanjahu in Mar-a-Lago war kein gewöhnlicher diplomatischer Termin zum Jahresausklang. Es war ein Moment der Wahrheit, der weit über den Tag hinausstrahlt. Während wir die Feiertage genießen, steht die Region an einer Weggabelung, die über Jahrzehnte des Friedens oder des erneuten Leids entscheiden wird. Wir müssen uns eingestehen, dass das Jahr 2026 nicht einfach nur eine weitere Jahreszahl ist, sondern der Beginn einer Ära, in der sich das Schicksal…
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30.12.1932 – Zwischen Silvestervorfreude und dem heroischen Gift der Ablenkung
Wenn ich heute, im Jahr 2025, durch die digitalisierten Zeitungsarchive von Ende Dezember 1932 blättere, weht mir ein seltsames Gemisch aus Alltäglichkeit und schleichendem Verfall entgegen. Es ist dieser 30. Dezember, ein Tag, an dem die Menschen in Berlin, Breslau oder Senftenberg eigentlich damit beschäftigt sein sollten, den Karpfen für das Silvesteressen vorzubereiten oder sich auf die großen Bälle im Haus Vaterland zu freuen. Die Anzeigen in der Vossischen Zeitung locken mit Pfannkuchen und der Aussicht auf eine glanzvolle Nacht, während in den Kinos Hans Albers im Ufa-Blockbuster „F.P.1 antwortet nicht“ seinen Fliegersong schmettert. Es ist eine Welt, die verzweifelt versucht, so zu tun, als sei alles in Ordnung. Doch…
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29.12.1932 – Die braune Mordpest, der Aufschrei der Gelehrten und das schmutzige Tauwetter der Republik
Wenn Du an diesem Donnerstag, dem 29. Dezember 1932, Deine Wohnung verlässt, hörst Du als Erstes das unaufhörliche, fast schon aggressive Tropfen von den Dächern. Es ist ein Geräusch, das wie ein unheimlicher Countdown wirkt. Die weiße Pracht der Weihnachtstage ist in sich zusammengesunken und hat sich in einen tückischen, graubraunen Matsch verwandelt, der Dir die Schuhe durchweicht und die Straßen Berlins in eine schmierige Rutschbahn verwandelt. Dieses Tauwetter ist mehr als nur ein Wetterumschwung; es ist eine bittere Metapher für den Zustand unserer sterbenden Republik. Der Schnee, der die Not und den politischen Schmutz für ein paar Tage gnädig zugedeckt hat, schmilzt nun gnadenlos dahin und legt die hässliche…
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Antisemitismus an deutschen Hochschulen: Neue Dokumentation zeigt das Ausmaß der Bedrohung
Eine aktuelle Filmdokumentation beleuchtet die erschreckende Zunahme von Antisemitismus an deutschen Universitäten und die damit einhergehende Unsicherheit für jüdische Studierende. Experten warnen vor einer globalen Radikalisierung und fordern entschlossene Maßnahmen zum Schutz demokratischer Werte in den Bildungsstätten. Die Filmdokumentation „Zwischen Hörsaal und Hetze – der akademische Antisemitismus nach dem 7. Oktober“ zeigt auf, dass etwa neunzig Prozent aller antisemitischen Vorfälle an deutschen Hochschulen dem sogenannten israelbezogenen Antisemitismus zuzuordnen sind. Dabei hat sich die Zahl der Vorfälle im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Experten wie Andreas Stahl von der Beratungsstelle gegen Antisemitismus an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen und Jahne Nicolaisen vom Mideast Freedom Forum Berlin analysieren in dem Beitrag die…
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28.12.1932 – Milliardennot der Kommunen, das Notwerk der Jugend und die Teuerung des Überlebens
Wenn Du an diesem Mittwoch, dem 28. Dezember 1932, durch die Straßen Berlins oder einer der vielen kleinen brandenburgischen Gemeinden läufst, spürst Du sofort, dass die bleierne Schwere der Weihnachtstage noch nicht gewichen ist. Der Himmel hängt tief und grau über uns, und stellenweise kriecht ein dichter Nebel durch die Gassen, der nicht nur die Sicht nimmt, sondern auch symbolisch für die undurchsichtige Zukunft steht, auf die wir alle zuwanken. Es ist ein Tag, an dem die blanke Not in Zahlen gegossen wird, die so gigantisch sind, dass sie für den einfachen Arbeiter, der gerade überlegt, ob er sich den Silvesterkarpfen überhaupt leisten kann, kaum noch fassbar sind. Die Zeitungen…
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Wenn der Rechtsstaat noch funktioniert, aber der Hass schon die Gesellschaft vergiftet
Ich verbringe in diesen Wochen viel Zeit mit dem Lesen alter Zeitungsarchive aus dem Dezember 1932. Es ist eine seltsame, fast schmerzhafte Beschäftigung, denn je mehr ich in diese Welt eintauche, desto weniger fühlt sie sich wie ferne Geschichte an. Was mich dabei am meisten umtreibt, ist nicht der große Umbruch, den wir alle aus den Geschichtsbüchern kennen, sondern dieses tückische Dazwischen. Es ist das Gefühl eines „Noch“ und eines „Schon“ – eine Zeit, in der die Gerichte noch Recht sprachen, während der Mob auf der Straße bereits die Urteile der Zukunft brüllte. Es ist dieses schleichende Gift, das die Fundamente einer Gesellschaft zersetzt, lange bevor die Mauern offiziell einstürzen.…
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27.12.1932 – Schlamm im Wedding, Träume auf hoher See und die kalte Arithmetik des Überlebens
Wenn ich heute in meinem Arbeitszimmer die digitalisierten Archivseiten der Berliner Morgen-Zeitung und der Deutschen Tageszeitung durchgehe, dann spüre ich die feuchte Kälte dieses Dienstags fast körperlich. Es ist der 27. Dezember 1932, der erste Werktag nach dem Weihnachtsfest, und die Welt scheint entschlossen, jede festliche Milde mit einem Schlag wegzuwischen. Während ich die Berichte lese, sehe ich das Berlin jenes Tages vor mir: Es ist kein Winterwunderland mehr, sondern eine Stadt im massiven Tauwetter. Bei acht Grad Wärme schmilzt der Schnee zu einem schmutzigen, grauen Brei, der die Stiefel der Menschen durchnässt und die Rinnsteine verstopft. In Schlesien klettern die Temperaturen sogar auf zwölf Grad. Die Zeitungen schreiben von…
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Israel – Das Erbe des Herodes, die Anerkennung von San Remo und das Recht auf Indigenität
Es gibt Momente, in denen ich mit einer tiefen Fassungslosigkeit auf die aktuelle Weltlage blicke und mich frage, wie es möglich ist, dass eine so tief verwurzelte Geschichte in der öffentlichen Wahrnehmung so systematisch und geschichtsvergessen umgedeutet werden kann. Wenn ich die hitzigen Diskussionen in den sozialen Medien oder in den Kommentarspalten der großen Zeitungen verfolge, begegnet mir immer wieder das Narrativ vom „siedlerkolonialistischen Projekt“. Es wird so getan, als sei die Errichtung des Staates Israel ein willkürlicher Akt europäischer Mächte gewesen, vergleichbar mit dem britischen Empire in Indien oder den französischen Bestrebungen in Nordafrika. Doch wer sich die Mühe macht, wirklich hinter die Fassade der Schlagworte zu blicken und…
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26.12.1932 – Tauwetter in Berlin, der Fememord der SA und die Not der Lebensmitteldiebe
Es ist ein besonderes Gefühl, wenn wir uns gemeinsam durch diese alten Zeitungsseiten blättern und spüren, wie die Distanz der Jahrzehnte plötzlich schwindet. Wenn du dir vorstellst, wie die Menschen an diesem Montagmorgen im Dezember 1932 die Berliner Morgen-Zeitung aufschlugen, dann siehst du eine Welt, die zwischen festlicher Besinnlichkeit und dem nackten Überlebenskampf zerrissen war. Draußen vor den Fenstern vollzog sich ein radikaler Wetterumschwung, der fast wie eine Metapher für die politische Lage wirkte. Die weiße Pracht, die über die Feiertage ein wenig Reinheit vorgetäuscht hatte, schmolz unter dem einsetzenden Tauwetter dahin und hinterließ nur grauen Matsch auf dem Pflaster. Über 300.000 Berliner, die voller Hoffnung ins Umland aufgebrochen waren,…
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Globaler Sojaboom, die ökologische Wahrheit und innovative Wege im Weizenanbau
In diesen Tagen habe ich mich intensiv mit den neuesten Zahlen zur deutschen Landwirtschaft beschäftigt und bin dabei über eine Statistik gestolpert, die mich gleichermaßen beeindruckt und nachdenklich gestimmt hat. Es geht um die Sojabohne, eine Frucht, die wie kaum eine andere für die globalen Verflechtungen unserer Ernährung steht. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland stolze 131.800 Tonnen Sojabohnen geerntet. Das klingt im ersten Moment nach einer gewaltigen Menge, besonders wenn man bedenkt, dass dies fast das Dreifache dessen ist, was wir noch im Jahr 2016 geerntet haben, als der Anbau erstmals statistisch erfasst wurde. Wenn ich jedoch den Blick weite und auf die globale Ebene schaue, wird mir fast…