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Mein Weg ins Judentum – Warum ich diesen Schritt gegangen bin
Es gibt Entscheidungen im Leben, die trifft man nicht über Nacht. Sie reifen über Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte. Meine Entscheidung, zum Judentum zu konvertieren, war genau so ein Prozess. Heute teile ich meine Geschichte – nicht, um zu überzeugen oder zu missionieren, sondern weil ich oft gefragt werde, warum ich diesen Schritt gegangen bin. Es ist mein Weg, meine Überzeugung, meine Wahrheit. Und ich glaube, es ist an der Zeit, darüber zu sprechen. Ein Kind des Glaubens – Meine christliche Herkunft Ich bin in einem streng religiösen, christlichen Elternhaus aufgewachsen. Mein Vater war Pastor in einer klassischen Pfingstgemeinde, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehörte. Der Glaube war allgegenwärtig, nicht nur…
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Chabad-Lubawitsch: Ursprung, Geschichte und Einfluss der chassidischen Bewegung
Die Chabad-Lubawitsch-Bewegung hat eine bemerkenswerte Reise hinter sich. Von ihren Anfängen im Weißrussland des 18. Jahrhunderts bis zu ihrem Status als globale Organisation im modernen Judentum, hat sie Millionen inspiriert und geprägt. Doch was steckt hinter dieser Bewegung, und warum zieht sie Juden weltweit so stark an? Bereits ihre Ursprünge zeichnen ein Bild von Innovation und Tiefe. Gegründet wurde Chabad von Rabbi Schneur Salman von Ljadi, einer der bedeutendsten Denker des chassidischen Judentums. Zu einer Zeit, in der das Judentum zwischen strenger Orthodoxie und wachsender Säkularisierung zerrissen war, bot Chabad einen dritten Weg: die Verbindung von spiritueller Tiefe und rationalem Verstand. Der Name Chabad ist ein Akronym der hebräischen Begriffe…
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Challa – Ein Brot mit Geschichte und Bedeutung
Wenn ich an meine Kindheit denke, fällt mir sofort der Duft von frischem Hefezopf ein, der die Küche meiner Großeltern erfüllte. Es war eine Tradition in unserer christlichen Familie, jedes Wochenende einen Hefezopf zu backen, der den Sonntag zu etwas Besonderem machte. Damals wusste ich noch nicht, dass diese Tradition eine tiefe Verbindung zur jüdischen Kultur haben könnte – und doch entdeckte ich später, dass vieles, was uns vertraut ist, Wurzeln im Judentum hat. Diese Erkenntnis wurde für mich besonders lebendig, als ich später zum Judentum konvertierte. Dort lernte ich die Challa kennen – ein geflochtenes Weißbrot, das an jedem Schabbat und an jüdischen Feiertagen auf dem Tisch steht. Die…
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Jüdischer Friedhof Heinsheim: Ein Zeugnis des jüdischen Lebens in der Region
Der jüdische Friedhof in Heinsheim bei Bad Rappenau ist ein eindrucksvolles Zeugnis der jahrhundertealten jüdischen Geschichte in Südwestdeutschland. Mitten in der Natur, am Waldrand gelegen, erzählt dieser Ort vom Leben, der Trauer und der Kultur der jüdischen Gemeinschaft, die hier ihre letzte Ruhe fand. Begleite mich auf einer Reise durch die Vergangenheit, die tief berührt und zum Nachdenken anregt. Vor einiger Zeit haben wir als Familie an einer Führung teilgenommen, die mich zutiefst berührt hat. Der Ort, den wir besuchten, war der jüdische Friedhof in Heinsheim bei Bad Rappenau. Ein Ort, der Geschichte atmet und von einer tiefen Stille umgeben ist – und gleichzeitig so viel erzählt über das Leben…
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Rezept: Brisket ist ein Meisterwerk der Jüdischen Küche
Brisket ist ein traditionelles Gericht, das tief in der jüdischen Küche verwurzelt ist und besonders zu Feiertagen und Familienfeiern wie Rosch ha-Schana, Pessach und Schabbat geschätzt wird. Es handelt sich dabei um eine besonders schmackhafte Zubereitung von Rinderbrust, die durch langsames Schmoren unglaublich zart und aromatisch wird. Dieses Gericht ist nicht nur für seinen reichen Geschmack, sondern auch für seine symbolische Bedeutung in der jüdischen Kultur bekannt. Ursprung und Bedeutung Die Wahl von Brisket als Hauptgericht in der jüdischen Küche hat sowohl praktische als auch kulturelle Wurzeln. Die Rinderbrust, ein relativ preiswertes Stück Fleisch, war früher besonders bei jüdischen Gemeinden in Osteuropa beliebt. Dort wurde es häufig langsam geschmort, um…
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Sie lieben Lebensmittel, doch wie steht EDEKA zur Aufarbeitung seiner Nazi-Vergangenheit?
Die systematische Beschlagnahmung jüdischen Eigentums während der nationalsozialistischen Judenverfolgung war eine der grausamsten Formen der Diskriminierung und Entrechtung, die die jüdische Bevölkerung im Dritten Reich erleiden musste. Diese Maßnahme diente nicht nur der finanziellen Bereicherung des Regimes und einzelner Profiteure, sondern vor allem der Zerschlagung der jüdischen Gemeinschaft und ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlagen. Die sogenannte „Arisierung“ jüdischer Geschäfte war ein zentrales Element in diesem Prozess. Unter dem Vorwand, die Wirtschaft von angeblich „jüdischem Einfluss“ zu säubern, wurden jüdische Unternehmen gezwungen, ihre Geschäfte zu verkaufen oder wurden ihnen zwangsweise enteignet. Dabei wurden die Unternehmen meist weit unter ihrem tatsächlichen Wert an „arische“ Konkurrenten übergeben. Dies führte nicht nur dazu, dass jüdische Unternehmer…
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Jüdisches Leben in Deutschland schützen: Maßnahmen gegen Antisemitismus dringend erforderlich
Jüdisches Leben in Europa steht unter einem zunehmenden Bedrohungsdruck. Besonders in Deutschland fühlen sich Jüdinnen und Juden immer unsicherer. Die jüngsten Ergebnisse der Umfrage „Israel Survey“ des European Leadership Network (ELNET) werfen ein deutliches Licht auf diese besorgniserregende Entwicklung und unterstreichen die Notwendigkeit verstärkter Schutzmaßnahmen. Daniela Ludwig, die Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für jüdisches Leben in Deutschland und die Beziehungen zum Staat Israel, fasst die Lage treffend zusammen: „Die Ereignisse des 7. Oktober sind nicht nur geopolitisch spürbar, sondern beeinflussen auch das gesellschaftliche Klima in Europa. Dies ist leider insbesondere für die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger bei uns in Deutschland der Fall. Es ist unerträglich und durch nichts zu rechtfertigen, dass…
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Jüdisches Leben in Deutschland: Der fortbestehende Antisemitismus
Das Judentum hat eine wichtige Rolle in der deutschen Geschichte gespielt und viele positive Beiträge zur deutschen Kultur und Gesellschaft geleistet. Leider ist jedoch der Antisemitismus in Deutschland immer noch weit verbreitet, wie aktuelle Statistiken belegen. Der Antisemitismus in Deutschland hat eine lange und dunkle Vergangenheit, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Während des Holocaust wurden sechs Millionen Juden von den Nazis ermordet, und die Nachwirkungen dieses schrecklichen Verbrechens sind bis heute spürbar. Obwohl Deutschland seitdem große Anstrengungen unternommen hat, Antisemitismus zu bekämpfen und jüdisches Leben zu fördern, zeigt die Realität, dass das Problem noch nicht ausreichend gelöst ist. Laut dem Bundesministerium des Inneren und für Heimat (BMI) gab es im…