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Hessische Brennkunst ausgezeichnet: Warum regionale Edelobstbrände ein Gewinn für die Natur sind

Die Beerfurther Edelobstbrennerei hat die Goldene Ehrenplakette des Landes Hessen für ihre erstklassigen Destillate erhalten. Die Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung der handwerklichen Brennkunst für den Erhalt der hessischen Kulturlandschaft.

Die Beerfurther Edelobstbrennerei der Familie Ester aus Reichelsheim-Beerfurth wurde im Rahmen der Edelbrandprämierung 2025 der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz als erfolgreichste hessische Brennerei geehrt. Staatssekretär Michael Ruhl überreichte die Ehrenplakette des Landes Hessen in Gold während eines Besuchs vor Ort an Volker Ester und würdigte damit dessen langjähriges Engagement und den hohen Qualitätsanspruch des Betriebs. Volker Ester nimmt bereits seit vielen Jahren erfolgreich an diesem überregionalen Wettbewerb teil, der als wichtiger Gradmesser für das handwerkliche Können in der Spirituosenherstellung gilt. Das Edelobstbrennen stellt eine der traditionsreichsten Formen der Handwerkskunst dar, bei der hessische Betriebe verstärkt auf regionale Obstsorten und besonders schonende Produktionsverfahren setzen, um das unverwechselbare Aroma der Früchte in den Destillaten zu bewahren. Dieser Prozess wird nicht nur als wirtschaftliche Tätigkeit, sondern als bedeutendes Kulturgut verstanden, da jeder Brand die Geschichte einer spezifischen Ernte und der jeweiligen Region erzählt. Ein wesentlicher Hintergrund dieser Produktion ist die enge Verknüpfung mit den heimischen Streuobstbeständen. Diese Flächen sind in Hessen als wertvolle Biotope geschützt, da sie die charakteristische Kulturlandschaft prägen und Lebensräume für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten bieten. Gleichzeitig stellen sie einen wichtigen Genpool für alte Obstsorten dar. Da die Pflege dieser Bestände jedoch sehr zeit- und kostenintensiv ist, stellt die Veredelung des Obstes zu hochwertigen Bränden eine entscheidende Motivation für den Erhalt der Bäume dar. Durch die Wertschöpfung vor Ort wird sichergestellt, dass die ökologisch wertvollen Wiesen auch für kommende Generationen bewirtschaftet werden können. Die Qualität des Endprodukts beginnt somit bereits bei der sorgfältigen Baumpflege und endet in einem Produkt, das die Heimat sensorisch erlebbar macht und die lokale Landwirtschaft stärkt.

Warum wir beim Genießen wieder öfter an unsere Heimat denken sollten

Ich finde es ehrlich gesagt sehr schade, dass das Thema Edelobstbrennen in unserer heutigen Gesellschaft oft ein Schattendasein führt oder schlichtweg unterbelichtet bleibt. Wenn Du mal durch die Gänge in den großen Supermärkten gehst, fallen Dir wahrscheinlich auch sofort die vielen Flaschen aus aller Herren Länder auf, während die wahren Schätze unserer Region oft nur in kleinen Ecken zu finden sind. Dabei steckt in jedem Glas eines heimischen Brenners so viel mehr als nur ein Getränk, denn es ist ein direktes Stück Heimatpflege. Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, dass wir die Landwirte direkt vor unserer Haustür wieder mehr wertschätzen und uns bewusst für die hohe Qualität entscheiden, die hier mit so viel Leidenschaft produziert wird. Ich bin der festen Meinung, dass wir hier ruhig mutiger sein dürfen, und wenn ich das mal mit einem kleinen Augenzwinkern sagen darf: Unsere Landwirte in der Region first. Es geht mir dabei gar nicht um große Politik, sondern um den respektvollen Umgang mit unserer Natur und den Menschen, die sie erhalten. Wenn wir uns für ein regionales Produkt entscheiden, sorgen wir gemeinsam dafür, dass unsere wunderschönen Streuobstwiesen erhalten bleiben und die handwerkliche Tradition nicht ausstirbt. Hast Du schon einmal einen echten Edelbrand aus Deiner Nähe probiert und den Unterschied zu einem Massenprodukt gespürt? Schreib mir doch gerne in den Kommentaren, was Deine liebste Obstsorte aus der Region ist und ob Du auch findest, dass wir unsere lokalen Erzeuger wieder mehr in den Fokus rücken sollten.

Euer Schimon


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Peter Winkler ist Aquaponiker, Coach und Blogger. Sein theologisches Studium war die Basis für eine langjährige Tätigkeit in der sozialen Arbeit. Seit 2012 beschäftigt er sich mit der Aquaponik. Durch seine Expertise entstanden mehrere Produktionsanlagen im In.- und Ausland. Mit dem Blog "Schimons Welt" möchte er die Themen teilen, die ihn bewegen und damit einen Beitrag für eine bessere Welt leisten.

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