• Unsere Welt von morgen

    Die stille Verbrennung im Blumentopf: Warum Torf unser Klima anheizt & meine Überlegung zur Blumenerde

    Ich bin auf dem Land groß geworden, dort, wo man den Rhythmus der Jahreszeiten nicht nur sieht, sondern tief in den Knochen spürt. Früher, als ich noch meinen eigenen großen Garten hatte, war die Erde für mich einfach da – eine Selbstverständlichkeit unter meinen Stiefeln. Heute, wo sich mein grünes Reich auf meine Terrasse beschränkt und ich mich als Aquaponiker intensiv mit den feinen Kreisläufen von Wasser und Nährstoffen beschäftige, sehe ich das anders. Die Natur hat mich gelehrt, dass alles miteinander verbunden ist. Gerade jetzt, wo der Winter langsam an die Tür klopft, schweifen meine Gedanken schon ins Frühjahr. Viele meiner Kübelpflanzen sind ihren Töpfen entwachsen und müssen demnächst…

  • Kalenderblatt

    07.12.1932 – Die trügerische Stille, bevor Deutschland zerbrach

    Wenn ich an diesen Mittwoch im Dezember 1932 denke, spüre ich fast körperlich die Kälte, die damals durch die undichten Fenster der Berliner Mietskasernen kroch. Es war nicht nur der Winterfrost, der die Menschen frösteln ließ; es war eine bleierne Müdigkeit, die sich über das ganze Land gelegt hatte. Die Straßen waren grau, die Tage erschreckend kurz, und überall herrschte das Gefühl, dass die junge Republik ihren Atem angehalten hatte. Während die Menschen Öfen am Laufen hielten und versuchten, mit dem Wenigen, das sie hatten, über die Runden zu kommen, spürte man instinktiv: Dies ist kein gewöhnlicher Dezember. Es war eine Zeit des Wartens, aber nicht auf Weihnachten, sondern auf…

  • Unsere Welt von morgen

    TFA-Alarm im Getreide: Die unsichtbare Gefahr in Brot & Weizen – und wie du dich davor schützt

    Es gibt kaum einen Geruch, der so viel Geborgenheit ausstrahlt wie der von frisch gebackenem Brot. Für mich war das immer ein Symbol für das Leben selbst, für etwas Reines und Grundlegendes, das uns nährt. Doch in den letzten Tagen hat sich ein Schatten über dieses Bild gelegt, der mich zutiefst nachdenklich und auch ein Stück weit wütend zurücklässt. Ich habe den neuesten Bericht von PAN Europe gelesen, der im Dezember 2025 veröffentlicht wurde, und was dort steht, rüttelt an den Grundfesten unseres Vertrauens in die Lebensmittelsicherheit. Wir haben lange geglaubt, dass wir uns gesund ernähren, wenn wir bewusst einkaufen, doch nun müssen wir uns einer unsichtbaren Gefahr stellen: Trifluoressigsäure,…

  • Kulinarik

    Saisonal genießen: Was ein 99-Cent-Kohl in mir ausgelöst hat

    Gestern Abend stand ich im Supermarkt, mitten im hellen Licht der Neonröhren, und mein Blick blieb an zwei Kisten Blaukraut und Weißkohl hängen. Das Preisschild schrie mir förmlich entgegen: 99 Cent. In diesem Moment blieb die Welt für mich einen kurzen Augenblick stehen. Ich nahm einen dieser Kohlköpfe in die Hand, spürte sein Gewicht, die feste Struktur der Blätter und dachte sofort an die Hände, die ihn geerntet haben. Wie viel, so fragte ich mich, bleibt bei einem solchen Preis eigentlich noch für den Bauern übrig? Es ist eine Frage, die schmerzt, wenn man die Arbeit auf dem Feld kennt, den Schweiß, das Hoffen auf gutes Wetter und die unermüdliche…

  • Stark durchs Leben

    Liebe am Limit – Wenn zwischen Stall und Küche die Zärtlichkeit verstummt

    Es gibt diesen einen Moment am Abend, wenn die schweren Stiefel endlich im Flur stehen, die Kinder versorgt sind und sich eine seltsame Stille über den Hof legt. Eigentlich wäre jetzt die Zeit für uns. Zeit für Nähe, für ein Gespräch, das nicht um Futterpreise oder den Wetterbericht kreist, Zeit für Zärtlichkeit. Doch wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue und ehrlich in die Gesichter der Menschen blicke, die in der Landwirtschaft leben, sehe ich oft eine bleierne Müdigkeit, die alles andere überlagert. Wir sprechen viel über Ernteausfälle, über die körperliche Schinderei und die politische Wut, aber wir schweigen eisern über das, was in unseren Schlafzimmern passiert – oder eben…

  • Stark durchs Leben

    Hinter der Hofidylle – Die unsichtbare Last der Bäuerinnen

    Wenn ich durch unsere wunderschönen ländlichen Regionen fahre, vorbei an gepflegten Hofstellen mit blühenden Geranien vor den Fenstern und weidenden Tieren auf den Wiesen, dann spüre ich oft diese tiefe Sehnsucht nach dem heilen Landleben. Es ist ein Bild, das wir alle gerne sehen wollen und das uns ein Gefühl von Beständigkeit gibt. Doch in letzter Zeit, besonders seit ich mich intensiv mit der „Bäuerinnenstudie Bayern“ beschäftigt habe, sehe ich diese Idylle mit anderen Augen. Ich frage mich, was hinter den schweren Eichentüren passiert, wenn die Stallarbeit getan ist und die Dämmerung einsetzt. Die Realität, die mir bei meiner Recherche begegnet ist, hat mich tief berührt, denn sie erzählt von…

  • Podcast

    Mehr Optimismus im Alltag: Warum der Blick auf das Positive alles verändert

    Gestern gingen mir Gedanken durch den Kopf, die mich den ganzen Tag nicht mehr losgelassen haben. Es sind Gedanken über die Art und Weise, wie wir auf unser Leben schauen, wenn es mal nicht so läuft, wie geplant. Wir alle kennen das Bild vom Wasserglas – ist es halb voll oder ist es halb leer? Oft neigen wir dazu, nur das zu sehen, was fehlt. Wir ärgern uns über Unperfektes und stehen uns damit selbst im Weg. Aber ich habe festgestellt: Wir haben die Wahl. Wenn wir uns bewusst fragen, was an einer Situation positiv ist, entdecken wir plötzlich Möglichkeiten, die wir vorher übersehen haben. In meiner neuen Podcast-Folge spreche…

  • Kulinarik

    Die Kartoffel – Von der Lebensretterin zur Wegwerfware

    Es bricht mir das Herz, wenn ich die Nachrichten vom aktuellen Kartoffelmarkt lese. Wir haben in diesem Jahr eine wunderbare, reiche Ernte eingefahren. Doch was eigentlich ein Grund zur Freude und Dankbarkeit sein sollte, wird in unserer heutigen Marktlogik zum Problem: Die Preise sind im Keller, und weil der Absatz fehlt, landen tonnenweise beste Speisekartoffeln in Biogasanlagen. Nahrungsmittel, die vernichtet werden, weil sie „zu viel“ sind. Wenn ich das höre, muss ich an die Geschichte denken, die wir fast vergessen haben. Es gab Zeiten, da war diese knollige „Zitrone des Nordens“ die einzige Rettung vor dem Skorbut im Winter. Friedrich der Große musste sie einst von Soldaten bewachen lassen –…

  • Schimon

    Das große Geschäft mit der Menschlichkeit

    Es war heute Morgen noch still draußen, als ich mit meiner kleinen Wilma durch den kühlen Nebel lief. Die Luft war frisch, fast schneidend, und während Wilma vergnügt im feuchten Laub schnupperte, hingen meine Gedanken noch an einer Begegnung von gestern fest. Ich war am Supermarkt gewesen, eigentlich nur für ein paar Besorgungen, als mir am Eingang zwei junge Männer den Weg versperrten. Mit Klemmbrettern bewaffnet und einem offensiven Lächeln forderten sie meine Zeit und vor allem meine Unterschrift für eine Hilfsorganisation. Es ist diese Zeit im Jahr, kurz vor den Feiertagen, in der die Herzen der Menschen weicher werden – und die Portemonnaies lockerer sitzen sollen. Doch statt Mitgefühl…